Moratti packt aus: „man wollte mir napoli verkaufen – ich lehnte ab“

Massimo Moratti redet Klartext. Der Ex-Inter-Präsident wettert gegen Italiens Champions-League-Debakel, nennt die Liga „nur noch Vierte im Kreis der Großen“ und lüftet ein brisantes Geheimnis: Man habe ihm einst den SSC Napoli angeboten – er sagte Nein.

„Unsere klubs haben verkackt – und das seit 16 jahren“

Im Interview mit Radio Kiss Kiss Napoli zieht Moratti eine gnadenlose Bilanz. „Wir haben Finals verloren, Juve schaffte es nicht, die Pokale zu holen, und trotzdem glaubten alle, alles sei gut.“ Die Wende blieb aus. „Offenbar haben die Manager systematisch falsch geplant, sonst wäre Italien nicht hinter England, Spanien und Deutschland gelandet.“

Die Zahlen untermauern seine Wut: Seit 2010 nur ein Titel (Inter 2010), dazu drei verlorene Endspiele und das Aus in den K.o.-Runden gegen vermeintliche Underdogs. „Wir reden von 16 Jahren Versagen, nicht von Pech“, sagt Moratti. Der frühere Ölmagnat fordert mehr Mut in der Transferpolitik und wenigstens zwei italische Viertelfinalisten in der Saison 2026/27, sonst „werden wir zur Dauerliga der Europa League“.

Inter und die angst vor dem meister-titel

Inter und die angst vor dem meister-titel

Zum aktuellen Scudetto-Rennen meint Moratti: „Die Punkte sind da, die Qualität auch. Aber wenn die Spieler anfangen, zu zittern, kippt alles.“ Er kennt die Mentalitätsfalle aus eigener Erfahrung. „2002 haben wir die Meisterschaft noch fünf Spieltage vor Schluss verspielt, weil alle nur noch nicht verlieren wollten.“

Sein Tipp: Trainer Simone Inzaghi müsse Rotation wagen, statt Stars bis zur Erschöpfung zu reiten. „Ein frisches Mittelfeld kann eine Saison retten“, sagt Moratti und nennt konkret: „Asllani und Zielinski-Backup, nicht nur Brozovic-Ball.“

Die abgelehnte napoli-offerte

Die abgelehnte napoli-offerte

Am Ende des Gesprächs der Knaller: „Als der Klub in finanziellen Schwierigkeiten steckte, kamen Vermittler auf mich zu. Sie wollten, dass ich Neapel kaufe.“ Moratti habe abgelehnt – „aus Respekt vor der Stadt und ihren Fans“. Er habe geglaubt, nur ein Napoletano könne die Seele des Vereins verstehen. „Ich bin Interista bis ins Mark, aber ich wollte nicht zum Touristen in einem Kulturdenkmal werden.“

Sein Urteil: Aurelio De Laurentiis habe den richtigen Käufer gefunden – sich selbst. „Napoli lebt, verdient aber wieder internationale Erfolge, sonst bleibt der süße Geschmack von 1989 nur eine Erinnerung.“

Mit diesen Sätzen verabschiedet sich Moratti – und hinterlässt einen Fußball-Standpunkt voller Zahlen, Emotionen und eine unverblümte Kampfansage: Italien muss aufwachen, sonst wird die Champions League ohne italienische Beteiligung zur Normalität.