Monaco zahlt sich blutig: spanoulis fliegt, fedorychev-sanktionen zerfressen euroleague-träume
Die AS Monaco hat ihre nächste Leiche im Keller. Vassilis Spanoulis ist weg – nicht wegen eines Baskets, sondern wegen leerer Kassen. Drei Monate nach seiner Rückkehr als Trainer verlässt der griechische Basketball-Mythos den Klub mit sofortiger Wirkung, wie die Monegassen am Mittwoch bestätigten. Die Formel „im gegenseitigen Einvernehmen“ klingt wie Hohn angesichts von sieben Niederlagen in acht Spielen und einem Kader, der auf zehn gesunde Profis geschrumpft ist.
Warum spanoulis nichts mehr zu sagen bekam
Spanoulis selbst schweigt in der Pressemitteilung. Kein Dank, keine Erklärung – nur Sportdirektor Oleksiy Yefimov liefert das Zitat: „Ich wünschte, wir hätten gemeinsam noch mehr erreichen können, aber manchmal zwingen einen die Umstände.“ Die Umstände haben einen Namen: Alexey Fedorychev. Die EU-Sanktionen gegen den russischen Besitzer blockieren Konten, verhindern Gehaltzahlungen, ersticken den Klub in Rechnungsstapeln. Monaco verpasste nicht nur Löhne – auch die Sozialabgaben blieben auf der Strecke. Die Folge: Spieler verweigerten Training, Verträge wurden aufgelöst, Spanoulis saß auf einer Bank, die sich unter ihm entzog.
Die lokale Regierung schoss 2,5 Millionen Euro, um den Spielbetrieb am Leben zu halten. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Insolvenzverfahren ruht, es ist nicht abgeschrieben. Die EuroLeague-Tabelle kennt kein Pardon: Nach Platz 1 im November stürzte Monaco auf den Playoff-Rand. Die nächsten Gegner riechen Blut.

Daniel theis und die geisterspieler von monte carlo
Daniel Theis, Deutschlands NBA-Export, findet sich plötzlich in einer Truppe wieder, die mehr mit Anwälten als mit Assists beschäftigt ist. Von 14 Aufbauspielern sind nur noch zehn einsatzbereit; einige haben ihre Gehälter seit Dezember nicht gesehen. Die Umkleidekabine erinnert an eine Flughafenlounge: Jeden Tag checkt jemand aus. Wer bleibt, spielt mit dem Genick im Zeitraffer – zwei Spiele pro Woche, keine Pause, keine Sicherheit.
Monaco war einst das Projekt, das europäischen Basketball neu definieren wollte. Jetzt definieren es die Schulden. Die nächste Frist rückt näher: Ende März muss der Klub nachweisen, dass er die Sozialabgaben nachgezahlt hat, sonst droht Punktabzug. Ein Punkt weniger kann ausreichen, um die Playoffs zu verpassen. Ein Punkt, der Millionen an TV-Geldern kostet. Ein Punkt, der Spanoulis’ Rücktritt zur Notwendigkeit machte.
Der griechische Held von 2010, der mit Panathinaikos Moskau demütigte, verlässt Monaco als Mann, der gegen Geldprobleme nicht anwurfn konnte. Seine Bilanz: 11 Siege, 12 Niederlagen, eine Mannschaft, die sich selbst frisst. Sein Nachfolger? Noch ein Phantom. Interne Lösung oder Feuerwehr – entscheidend ist nur, ob bis dahiel die Kasse klingt. Die Uhr tickt. Die EuroLeuge wartet nicht auf Bankrottsmanager.
Monaco spielt am Freitag in Berlin. Die Alba-Arena wird voll sein, die Kamera lief. Für die AS Monaco ist es längst kein Spiel mehr – es ist eine Lebensversicherung. Fällt die Prämie, fällt der Klub. Dann bleibt von der Traum-Truppe nur noch der Klang des ersten Buzzers.
