Mitchell lawrie rast mit 15 jahren die darts-welt nieder – und erfindet luke littler neu
Es gibt Tage, an denen ein Teenager einfach mal das komplette Regelwerk des Sports neu schreibt. Samstag war so ein Tag. Mitchell Lawrie trat an – und ging als jüngster Nummer-1-Spieler der WDF-Geschichte vom Board. 15 Jahre, 37 Tage alt. Das reicht, um selbst Luke Littler alt aussehen zu lassen.
Ein perfektes leg, drei turniersiege und ein neues gesicht der scottish open
Die Bilanz des Wochenendes liest sich wie ein Cheat-Code: Slovak Open, Slovak Masters, Scottish Classic – alles gewonnen. Dazwischen ein 9-Darter in der JDC Advanced Tour gegen Ethan Hawden, eingepackt in einen Average von 103. Kein Fehler, kein Zögern, nur kalte Zahlen.
Die Szene kennt diesen Modus: Littler 2023, jetzt Lawrie 2024. Der Vergleich zwingt sich auf. Rekord Nr. 1: drei Erwachsenen-Turniere vor dem 16. Geburtstag – früher hieß der Besitzer Littler. Rekord Nr. 2: Startrecht für die WDF-WM als jüngster Spieler aller Zeiten – auch das stand zuvor auf dem Namen des Weltmeisters. Lawrie nahm beide Marken mit einem Lächeln mit.
Im Finale der WM in Jolle then ran er an seine Grenze. Jimmy van Schie, 32, Niederlande, setzte Erfahrung gegen Tempo – 6:4. Kein Drama. Lawrie drehte sich um und holte zwei Stunden später den Juniorentitel. Von Gleichaltrigen ist er momentan nicht zu stoppen.

Pdc-tauglichkeit steht auf dem prüfstand
November 2024, 16. Geburtstag, Tür auf zur PDC-Tour. Dort wartet ein Circuit, der schneller, lauter, gnadenloser ist. Die Frage ist nicht, ob er eine Tour Card bekommt – die Frage ist, ob er sie sofort in einen Televised-Turnier-Slot verwandelt. Die Antwort liefert vielleicht schon die UK Open Qualifierserie. Buchmacher lassen seinen Namen in den Top-10 der Quoten für „Erstveranstaltungsgewinner 2025“ mitlaufen.
Lawrie selbst bleibt knapp: „Ich will nicht der nächste Luke sein. Ich will der erste Mitchell.“ Das klingt nach PR-Sprech, bis man bemerkt, dass er das sagt, während er seine Pfeile in eine alte Bierkiste packt – kein Manager, keine Agentur, nur seine Mutter, die auf den Beifahrersitz wartet.
Die Darts-Welt hat ein neues Gesicht. Und dieses Gesicht trägt noch Milchbart, aber keine Angst. Wer in drei Tagen drei Titel und ein perfektes Leg sammelt, der weiß, wie man Geschichte schreibt – und dann sofort die nächste Seite aufschlägt.
