Missbrauchsvorwürfe im turnsport: ermittlungen gegen funktionäre – dtb sieht keinen grund für konsequenzen
- Ermittlungen gegen funktionäre nach missbrauchsvorwürfen
- Juristische überprüfung entlastet dtb-spitze
- Keine personellen konsequenzen vorerst
- Ermittlungen auch gegen den schwäbischen turnerbund (stb)
- Vorwürfe von turnerinnen: körperlicher und mentaler missbrauch
- Chronologie der ereignisse
- Die reaktion des dtb
Ermittlungen gegen funktionäre nach missbrauchsvorwürfen
Nach den schwerwiegenden Missbrauchsvorwürfen im Turnsport, insbesondere in Stuttgart und Mannheim, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt neun aktuelle und ehemalige Funktionäre. Unter den Beschuldigten befinden sich auch Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), und Sportvorstand Thomas Gutekunst. Die Ermittlungen beziehen sich auf den Verdacht der – teilweise versuchten – vorsätzlichen Körperverletzung und der Nötigung in mehreren Fällen durch Unterlassen.

Juristische überprüfung entlastet dtb-spitze
Der DTB ließ die Vorwürfe durch die Kanzlei Redeker Sellner Dahs juristisch prüfen. Das Ergebnis dieser Überprüfung lautet, dass kein strafbares Fehlverhalten von Hölzl und Gutekunst vorliegt. Die Kanzlei konnte auf Grundlage der Einleitungsverfügung keine Strafbarkeit der beschuldigten Funktionäre feststellen. Dies teilte der DTB in einer offiziellen Stellungnahme mit.
Keine personellen konsequenzen vorerst
Trotz der laufenden Ermittlungen
sieht das Präsidium des DTB derzeit keine Veranlassung für personelle Konsequenzen. Man wolle die Entwicklung der Ermittlungen weiterhin sehr ernst nehmen und die Staatsanwaltschaft unterstützen. Zusätzlich behält der DTB die Situation im Blick und wird diese bei Bedarf erneut bewerten.Ermittlungen auch gegen den schwäbischen turnerbund (stb)
Auch beim Schwäbischen Turnerbund
(STB) laufen seit Dezember Ermittlungen gegen ein aktuelles und ein ehemaliges Mitglied des Präsidiums sowie gegen zwei aktuelle und einen ehemaligen Mitarbeiter in leitender Funktion. Zusätzlich wurden im Dezember Bußgeldverfahren gegen den DTB und den STB eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft machte zu weiteren Details des Ermittlungsstands keine Angaben.Vorwürfe von turnerinnen: körperlicher und mentaler missbrauch
Die Vorwürfe waren kurz vor Weihnachten 2024 öffentlich geworden, als Turnerinnen die Arbeitsbedingungen am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart kritisierten. Sie sprachen von “systematischem körperlichem und mentalem Missbrauch” und katastrophalen Umständen. Auch der Bundesstützpunkt in Mannheim geriet in den Fokus der Kritik. Bereits Anfang Februar 2025 wurden Ermittlungen aufgenommen, die zunächst gegen Trainer gerichtet waren. Der STB hatte daraufhin Trainer von ihren Aufgaben entbunden.
Chronologie der ereignisse
- Dezember 2024: Öffentliche Vorwürfe von Turnerinnen gegen das Kunst-Turn-Forum Stuttgart.
- Februar 2025: Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft, zunächst gegen Trainer.
- Dezember 2024: Einleitung von Bußgeldverfahren gegen DTB und STB.
- Aktuell: Ermittlungen gegen neun Funktionäre, juristische Prüfung durch Redeker Sellner Dahs entlastet DTB-Spitze.
Die reaktion des dtb
Der DTB betont, die Vorwürfe sehr ernst zu nehmen und volle Unterstützung bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft anzubieten. Dennoch wird aktuell an der Führungsebene festgehalten, bis weitere Erkenntnisse vorliegen. Der Fokus liegt darauf, die Situation zu beobachten und gegebenenfalls weitere Schritte zu unternehmen. Dies zeugt von einer vorsichtigen Haltung, die darauf abzielt, alle Fakten abzuwarten, bevor voreilige Schlüsse gezogen werden.
