Missbrauchsvorwürfe im turnen: schwäbischer turnerbund zieht konsequenzen

Fristlose kündigung nach neuen erkenntnissen

Der Schwäbische Turnerbund (STB) hat im Zuge der anhaltenden Missbrauchsvorwürfe am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart zwei ehemalige Trainerund Trainerinnen fristlos gekündigt. Diese Entscheidung erfolgte im Januar, wurde aber erst jetzt öffentlich bestätigt. STB-Geschäftsführer Matthias Ranke informierte den SWR am Mittwoch über die neuen Schritte.

Vorherige kündigungen waren unwirksam

Vorherige kündigungen waren unwirksam

Den beiden Betroffenen war bereits vor einem Jahr ordentlich gekündigt worden. Allerdings erklärte das Arbeitsgericht Stuttgart diese Kündigungen Ende 2025 für ungültig. Dies führte zu einer erneuten Prüfung der Situation und zur jetzigen Eskalation.

Neue erkenntnisse durch gespräche

Neue erkenntnisse durch gespräche

„Wir haben in den vergangenen drei Monaten intensive Gespräche mit betroffenen Athletinnen, Trainern und Eltern geführt und sehr viele neue Erkenntnisse gewinnen können“, erklärte Ranke gegenüber dem SWR. “Diese waren uns beim Aussprechen der ursprünglich ordentlichen Kündigung nicht bekannt.” Der STB zeigt sich zuversichtlich, in der zweiten Instanz vor dem Landesarbeitsgericht erfolgreich zu sein.

Weitere trainer freigestellt und ermittlungen laufen

Bereits im August 2025 hatte der STB einen weiteren Trainer am Kunst-Turn-Forum Stuttgart freigestellt. Gegen die drei genannten Trainer laufen derzeit Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts der gefährlichen bzw. vorsätzlichen Körperverletzung und der Nötigung in über 25 Fällen.

Ermittlungen gegen funktionäre

Die Ermittlungen beschränken sich nicht nur auf die Trainer. Auch gegen Funktionäre des Deutschen Turner-Bundes (DTB) und des STB wird ermittelt. Die Vorwürfe umfassen mutmaßliche körperliche und seelische Gewalt gegen Athletinnen und Athleten.

Auslöser: vorwürfe von athletinnen

Anfang des vergangenen Jahres wurden Missbrauchsvorwürfe von (teils) ehemaligen Athletinnen gegenüber Trainern und Trainerinnen an den Stützpunkten in Stuttgart und Mannheim öffentlich. Seitdem laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen, um die Vorwürfe aufzuklären. Die Aufarbeitung des Falls hat höchste Priorität, um den Schutz der Athleten zu gewährleisten.

Die bedeutung von schutzmaßnahmen

Dieser Fall unterstreicht die Notwendigkeit umfassender Schutzmaßnahmen im Sport, um Missbrauchsfälle zu verhindern und betroffene Personen bestmöglich zu unterstützen. Der STB betont, dass er alles tun wird, um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Athleten zu gewährleisten. Transparenz und eine offene Kommunikation sind dabei entscheidend.