Milan unter druck: kann allegri gegen genoa die champions-league-hoffnungen am leben erhalten?
Mailand – Die Luft wird dünner für den AC Milan. Vier Monate können alles verändern, und während die Ambitionen, die Ziele und die körperliche Verfassung der Spieler sich gewandelt haben, ist auch die Stimmung der Fans gedämpft. Das Duell gegen Genoa wird zur Zitterpartie um die Königsklasse.
Ein déjà-vu mit bitterem beigeschmack
Noch im Januar, in der letzten Begegnung, sah die Welt für Milan anders aus. Zweiter in der Tabelle, im Kampf um den Scudetto, während Genoa verzweifelt versuchte, den Abstieg abzuwenden. Das Ergebnis: ein frustrierendes 1:1, besiegelt durch einen Last-Minute-Elfmeter von Stanciu, der die Hoffnung der Rossoblù neu entfachte. Leao glänzte damals, Milan war ungeschlagen – eine ferne Erinnerung an eine glorreichen Zeit.
Nun, in Genua, ist die Lage eine andere. Genoa ist gerettet und kann entspannt agieren, während Milan den Druck verspürt, den entscheidenden Schritt Richtung Champions League zu machen. Und dann ist da noch Daniele De Rossi, der römische Fußballgott, der dem Genoa neue Hoffnung und eine überraschend ansprechende Spielweise eingehaucht hat. Er wird alles daran setzen, den Rossoneri einen Strich durch die Rechnung zu machen.
Die Erinnerung an den knappen Sieg vor einem Jahr (2:1 durch Leao und ein Eigentor von Frendrup) ist verblasst. Damals hatte Milan wenig zu verlieren, während Genoa bereits die Rettung in der Tasche hatte. Dieses Mal wird es ein „schmutziges“ Spiel, wie Allegri es nennen würde: ein Kampf um jeden Zentimeter, geprägt von Zweikämpfen, Unterbrechungen und der Notwendigkeit, bei der ersten Chance zuzuschlagen.
Aber Milan hat seit dem 1. März nicht mehr im Angriffstraining getroffen – ein alarmierendes Zeichen. Hinzu kommt die Absenz von Saelemaekers, Leao und Estupinan aufgrund von Sperren. Und dann ist da noch Marassi, ein Hexenkessel, der die Gegner mit seiner Hitze und Nähe zum Spielfeld vor eine Zerreißprobe stellt. Napoli, Atalanta und Inter haben zwar gewonnen, aber allesamt mit Haut und Haaren, oft nur knapp.

De rossi’s rache und genua’s neuanfang
De Rossi hat bereits seine Rache an Milan genommen. Im Europa-League-Viertelfinale führte er die Roma zu zwei Siegen, was das Ende der Ära Pioli in Mailand besiegelte. Seine Ankunft in Genua hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht und das Talent von Colombo hervorgebracht, der nun für 10 Millionen Euro zum AC Milan zurückkehrt – ein kleiner, aber süßer Racheakt.
Auch Messias, ein weiterer Ex-Rossoneri, hat in Genua seine zweite Jugend erlebt und mit wichtigen Toren gegen Roma und Sassuolo für Aufsehen gesorgt. De Rossi hat seine Mannschaft in den letzten beiden Spielen zu Höchstleistungen angespornt, und das letzte Heimspiel soll ein würdiges Abschied von Marassi werden. Genoa präsentierte sich zuletzt mit zwei sauberen Siegen, während Milan in der Defensive zunehmend wackelt – fünf Gegentreffer in den letzten 180 Minuten sprechen eine deutliche Sprache.
Allegri steht vor einer Mammutaufgabe: Die robuste und abgebrühte Dreierabwehr von Genoa, allen voran Ostigard, zu knacken. Seine Offensive hat im Rückrundenverlauf zudem nur 18 Tore in 17 Spielen erzielt – Zahlen, die für ein Team, das um die internationalen Plätze kämpft, schlichtweg inakzeptabel sind. Milan ist gezwungen zu gewinnen, um nicht endgültig die Segel streichen zu müssen. Doch die Roma lauert im Hintergrund und hofft auf einen Patzer von Milan, vielleicht sogar auf einen kleinen Gefallen von De Rossi.
In Genua herrscht höchste Alarmstufe. Die Ausgangslage ist klar: Milan muss gewinnen, um seine Champions-League-Hoffnungen am Leben zu erhalten. Die Frage ist, ob Allegri und seine Mannschaft dem Druck standhalten können.
