Milan stolpert bei lazio – füllkrug wieder joker ohne wirkung
Acht Punkte Rückstand auf Inter, ein weiteres Tor verpasst und ein Stürmer, der seinen Trainer abschüttelt wie einen lästigen Verteidiger: Der Sonntagabend des AC Mailand beim 0:1 in Rom war eine einzige Demontage. Ausgerechnet an dem Tag, an dem Inter nach dem 1:1 gegen Atalanta verwundbar wirkte, ließ Milan die Chance liegen – und wie.
Füllkrug: sieben einsätze, kein tor, keine argumente
Niclas Füllkrug kam in der 67. Minute, wie so oft in letzter Zeit. Nicht als Starter, nicht als Führungsfigur – als Joker. Und wie in den sechs Spielen zuvor verließ er den Platz ohne Treffer. Sieben Einsätze in Folge ohne Torerfolg, ein einziger Startelfeinsatz und ein einziges Tor in 13 Partien seit dem Leih-Wechsel nach Italien: Die Zahlen erzählen eine Geschichte, die Bundestrainer Julian Nagelsmann mit Sicherheit liest. Die WM rückt näher, Füllkrugs Platz im Kader ist alles andere als gesichert.

Leao schüttelt allegri ab – und das war noch die harmlosere szene des abends
Den Treffer des Abends erzielte Gustav Isaksen in der 26. Minute für Lazio – ein Tor, das reichte. Was danach folgte, war fast schon absurdes Theater. Als Rafael Leão für Füllkrug vom Platz musste, schritt der Portugiese mit demonstrativer Langsamkeit zur Seitenlinie. Trainer Massimiliano Allegri versuchte, ihn zu umarmen. Es gelang nur mäßig. Die Gazzetta dello Sport brachte es auf den Punkt: Leão habe sich seines Trainers deutlich erfolgreicher entledigt als der Lazio-Abwehr auf dem Spielfeld. Ein Satz, der brennt.
Lazio-Trainer Maurizio Sarri sah in der 90.+7. Minute noch Rot – Protest gegen die ausufernde Nachspielzeit. Auch das ein Symbol für einen Abend, an dem jeder seine eigene Frustration mitbrachte.

Como klettert auf champions-league-platz – mit deutschen spuren
Während Mailand strauchelt, schreibt Como 1907 gerade eine der überraschendsten Geschichten dieser Serie-A-Saison. Mit Marc-Oliver Kempf und Nicolas Kühn in den Reihen gewannen die Norditaliener das direkte Duell gegen die AS Rom mit 2:1 und sind nun Vierter – Champions-League-Platz. Donyell Malen, einst bei Borussia Dortmund, brachte die Roma in Führung. Doch Tassos Douvikas (59.) und Diego Carlos (79.) drehten die Partie. Roms Wesley sah dazwischen Gelb-Rot (64.) – danach war das Spiel entschieden.
Milan hat nun acht Punkte Rückstand auf Inter. Die Meisterschaft ist nicht mathematisch verloren, aber der Abstand wächst mit jedem solchen Abend. Und Füllkrug wartet weiter auf sein zweites Tor in Mailand.
