Deutschland stürzt ab: die paralympics-debakel von cortina

Die Flamme ist aus. Um 22.08 Uhr erlosch das Feuer im Curling-Stadion von Cortina, und mit ihm jeglicher Glanz des deutschen Paralympics-Teams. Platz elf – das ist kein Ausrutscher, das ist ein historisches Desaster.

Die zahlen, die niemand schönreden kann

Zwei Goldmedaillen. Zwölf Mal Edelmetall insgesamt. Hinter Island, hinter Südkorea, hinter der Ukraine – die ihre Flagge bei der Schlussfeier demonstrativ im Hotel ließ. Monoskifahrerin Anna-Lena Forster rettete mit Doppelsieg die letzte Reste der deutschen Ehre. Sonst? Silber im Schneegestöber, Bronze im Nebel. Und ein DBS, das trotzdem von „Zielkorridor“ spricht.

Marc Möllmann, Chef de Mission, betonte am Sonntagabend, man liege bei der Gesamtmedaillenzahl auf Rang vier. Was er nicht sagte: Diese Medaillen sind so dünn gesät wie Schnee im April. 1980 in Geilo hatte es auch nur drei Goldene gegeben – aber damals starteten 20 Athleten. Heute waren es 79. Die Sportart wächst, Deutschland schrumpft.

Die große abrechnung beginnt jetzt

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Die Konkurrenz schläft nicht. Die Norweger haben ihre Skilangläufer in Hightech-Anzügen geschickt, die US-Amerikaner lassen Biathleten mit KI-Waffen trainieren. Die deutsche Antwort: Personalabbau im DBS-Nachwuchs, Budgetstopp bis 2027. Wer jetzt nicht investiert, wird in vier Jahren in den Rocky Mountains erneut hintenliegen.

Andrew Parsons, IPC-Präsident, schwärmte von „rekordverdächtigem Erfolg“. Mehr Athleten, mehr Frauen, mehr Reichweite. Klingt nach Fortschritt. Für Deutschland klingt es nach Alarmstufe Rot.

Die Fahne, die Andrea Rothfuss und Christian Schmiedt ins Stadion trugen, war am Ende nur noch ein Stofffetzen ohne Strahlkraft. Das Feuer für Los Angeles brennt in 884 Tagen wieder. Ob Deutschland bis dahin wieder laufen gelernt hat, steht in den Sternen – und in der Trainingsliste, die jetzt endlich länger werden muss als die Pressemitteilung.