Milan jagt inter: jetzt muss lazio fallen – jashari soll die meister-frage neu stellen
Rom, Stadio Olimpico, 14. März, 18.35 Uhr. In den Kopfhörern der Milan-Tifoten klingt bereits das nächste „Halma!“. Acht Punkte Rückstand, zwei Monate Restzeit – für Trainer Allegri ist Lazio die erste Schallmauer zwischen Traum und Realität. Die Überraschung heißt Jashari, der für gesperrten Rabiot in die Startelf rückt. Kein Plan B, nur Sieg.
Die rechnung geht nur mit einem dreier in rom
Inter steht bei 68 Zählern, Milan – ein Spiel weniger – bei 60. Gewinnt die Squadra in der Hauptstadt, schrumpft der Abstand auf fünf Punkte. Dann wäre der Meisterkampf wieder offen, so eng wie Anfang Februar. Doch davor liegt eine emotionale Mine: Lazio hat unter Sarri zwar kaum Saisonziele mehr, doch genau deshalb sind die Römer gefährlich. „Kein Druck“ kann tödlich sein.
Allegri weiß das. Seine Antwort: Pulisic-Leao von Anpfiff an. Die Duo-Version, die es diese Saison kaum gab, soll die Bogenlampe zünden. Dahinter formiert sich Jashari, 19, als Sechser neben Reijnders. Kein Experiment, sondern Notwendigkeit – und vielleicht der Funke, der die Partie kippt.

April wird zur zitter-staffel
Der Kalender ist nach dem Lazio-Spiel gnädig, aber nur auf den ersten Blick. Milan empfängt Torino, reist nach Neapel, duelliert sich mit Udinese, Verona und der Juve – alles innerhalb von 30 Tagen. Inter bekommt es mit Florenz, Roma, Como, Cagliari und Turin zu tun. Dazwischen Coppa-Italias, Muskelkater, Nationalteams.
Die Devise lautet: Ende April muss Milan Inter eingeholt haben. Dann winken zwei Vorteile: der psychologische Druck auf die Nerazzurri und das Schlussprogramm, in dem Bologna-Inter (letzter Spieltag) als Geisterbahn enden könnte. Die Vergangenheit flüstert 1999 und 2022 zu: Remonte ist keine Fantasie, sondern Serie-A-Tradition.

Die sieben spiele, die milano spalten
Die Stadt bereitet sich bereits auf ein irrationales Büro-Phänomen vor: Montag wird über Torschützen statt Tarifstreiks gequatscht. Die Rede ist von Krstovic, dem neuen Liebling der Curva, und von Giroud, der 2022 mit einem Doppelpack den Klima-Wandel in der Lombardei auslöste. Dieselbe Energie will Milan erneut entfachen.
Doch zuerst muss der Abflug aus Rom mit drei Punkten im Gepäck erfolgen. Keine Statistik, kein Historien-Voodoo hilft, wenn Jashari den Rhythmus verliert oder Leao den Kopf. Die Meisterschaft wird in der Kabine entschieden, nicht im Taschenrechner. Und wenn der Referee pfeift, zählt nur noch eine Frage: Wer traut sich, Halma zu rufen?
Allegri traut sich. Die Taktik-Map ist gezeichnet, die Spieler sind heiß. Der Countdown läuft – und Milano schaut bereits auf den Stadio Olimpico-Uhrwerk. Entweder tickt es für die Scudetto-Story oder für den letzten Nagel im Traumkasten. Entscheidend ist jetzt, nicht in zwei Monaten.
