Milan in der torflaute: kann allegri das ruder herumreißen?

Der AC Milan steuert unaufhaltsam auf die verpasste ChampionsLeague-Qualifikation zu. Nicht die Ergebnisse, sondern die erschreckende Torlosigkeit der Offensive wirft einen langen Schatten auf San Siro. Während die Konkurrenz reihenweise trifft, ringen die Rossoneri mit ihrer Chancenverwertung – ein Albtraum für die Fans und ein Rätsel für Trainer Allegri.

Die offensive im vergleich: ein blick auf die konkurrenz

Die Zahlen lügen nicht: 23 Treffer in 31 Spielen – ein erschreckender Wert, besonders im Vergleich zu den Top-Teams. Inter Mailand liegt mit 35 Toren deutlich vorn, während Juventus Turin, Paris Saint-Germain und auch der FC Barcelona deutlich besser dastehen. Allein Arsenal und der SSC Neapel performen ähnlich schlecht. Die Diskrepanz ist eklatant und zeigt deutlich, dass im Mailänder Angriff dringend etwas passieren muss, wenn die ambitionierten Ziele des Vereins erreicht werden sollen.

Die Verantwortlichen suchen fieberhaft nach Lösungen. Die Verpflichtung von Santiago Giménez und Trevoh Füllkrug im Sommer sollte die Offensive verstärken, doch beide konnten sich bisher nicht entscheidend in die Stammelf spielen. Leao, Pulisic und Nkunku, die eigentlich die treibenden Kräfte sein sollten, sind ebenfalls weit hinter ihren eigenen Ansprüchen zurückgeblieben.

Allegri experimentiert: das 3-5-2 als mögliche lösung?

Allegri experimentiert: das 3-5-2 als mögliche lösung?

Trainer Allegri scheint sich nach den kläglichen Ausfällen in den letzten Spielen zu einer radikalen Veränderung entschlossen zu haben. Gerüchte über ein Umstellen auf ein 3-5-2 kursieren bereits seit einiger Zeit, und nun scheint der Coach selbst die Möglichkeit zu sehen. “Wir müssen neue Wege gehen, um aus dieser Krise auszubrechen”, erklärte Allegri nach dem letzten Spiel. Die Entscheidung könnte bereits am Samstag gegen Udinese Calcio fallen.

Ein solches System würde eine Dreierabwehrkette erfordern und gleichzeitig mehr Raum für offensive Flügelspieler wie Pulisic und Leao schaffen. Die Frage ist, wer im Sturmzentrum den Vorzug erhält: Giménez, der in den letzten Spielen immer wieder mit seiner fehlenden Kaltschnäuzigkeit zu kämpfen hatte, oder Füllkrug, dessen Stärken eher im Zweikampf liegen?

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Form von Christian Pulisic, der nach seiner Rückkehr von der Nationalmannschaft mit den USA zwar etwas angeschlagen, aber dennoch spielbereit wirkt. Leao hingegen befindet sich noch im Aufholprozess nach einer längeren Verletzungspause. Seine Einsatzzeit am Samstag dürfte daher begrenzt sein.

Saelemaekers könnte das Sorgenkind in diesem System sein, da er primär als rechter Flügelverteidiger eingeplant ist. Ob er sich in der neuen Rolle wohlfühlen wird, bleibt abzuwarten.

Die Partie gegen Udinese bietet Milan die Chance, den Fehlstart zu korrigieren und neue Impulse zu setzen. Doch die Zeichen stehen nicht gut. Die Offensive muss endlich ihre Knoten lösen, sonst war es das mit den europäischen Ambitionen.

Die Wahrheit ist, dass die Abwehrreihe des Milan in den letzten Spielen ebenfalls nicht mehr stabil war. Ein Umbruch ist notwendig, und zwar schleunigst, wenn der AC Milan seine Erfolgsgeschichte fortsetzen will. Die Fans fordern Taten, nicht Worte.