Milan gegen turin: allegri setzt auf modric, d'aversa schickt adams ins feuer

San Siro bebt heute um 18 Uhr unter dem Druck der Champions-League-Tür. Der AC Milan muss gewinnen, will den zweiten Platz verteidigen und gleichzeitig die Führung der Inter ins Visier nehmen – ein Spagat, der nach der blamanten 0:2-Pleite gegen Lazio noch schmerzt.

Massimiliano Allegri reagiert mit kaltem Kalkül: Er rotiert nicht, er revolutioniert. Luka Modric rückt ins Zentrum, neben ihm Rabiot als Box-to-Box-Kolben. Vorne laufen Pulisic und Fullkrug, hinter ihnen saust Saelemaekers auf der rechten Außenbahn wie ein Startblock-Sprinter. Die Viererkette wird zur Dreier-Kette: Tomori, De Winter und Pavlovic sollen die Breite des Platzes zuschneiden und gleichzeitig den schnellen Gegenstoß einleiten.

Turin wendet die saison – zwei siege in drei spielen

Turin wendet die saison – zwei siege in drei spielen

Paolo Vanoli war gestern, heute lautet das Stichwort D'Aversa. Der neue Mann an der Seitenlinie hat den Granata aus der Krise gezogen – zwei Siege nach neun Spielen ohne Erfolg sprechen eine klare Sprache. Mit Adams und Simeone im Sturmduo sowie Vlasic als hängende Spitze will er die Milan-Abwehr aufreißen. Die Marschroute: früher Ballgewinn, sofortiger Schlag nach vorne.

Die Statistik? Brutal. Turin erzielte in den letzten drei Partien sechs Punkte – so viele wie in den vorherigen neun Spielen zusammen. Die Luft für Allegri wird dünner, seine Mannschaft hat nur einen Punte Vorsprung auf den fünften Platz. Verliert der Milan heute, rutscht er bis auf Rang vier – und das Derby gegen Napoli nach der Länderspielpause verwandelt sich in ein Endspiel.

Der Schiedsrichter heißt Fourneau, Rom gilt als unbequem für Heimteams. Keine Sperren, aber Gelb-Gefahr: Modric, Fofana, Athekame und Saelemaekers wanken auf der Kippe. Ein weiteres Vergehen, und sie fehlen im Maradona-Stadion. Die Kosten einer Niederlage wären also doppelt – Punkteverlust plus personelle Löcher.

DAZN überträgt live, Sky-Kunden finden das Spiel auf Kanal 214. Doch egal, auf welchem Bildschirm man einschaltet: Die Frage ist nicht, wer spielt, sondern wer länger durchhält. Die letzten zehn Minuten werden entscheiden. Denn wenn Turin den Sog mitnimmt und Milan die Nerven verliert, fliegt der zweite Platz ebenso weg wie die Resthoffnung auf die Meisterschaft.