Milan gegen juve: kann ein team ohne echten torjäger die champions league erreichen?

Mailand – Ein Duell der Giganten steht an, ein direkter Vergleich um die heiß begehrten Champions-League-Plätze. Doch dieses Mal liegt ein ungewöhnlicher Schatten über dem Aufeinandertreffen zwischen Milan und Juventus Turin: Beide Teams kämpfen ohne einen überzeugenden Torjäger um die europäischen Ränge. Eine Saison, in der vermeintliche Chancen im Angriff versickerten und die Hoffnung auf eine entscheidende Taktikänderung ausblieb.

Die torflaute der offensiven

Jonathan David und Christian Pulisic stehen für eine Reihe von verpassten Gelegenheiten und vergebener Hoffnung. Während in der Vergangenheit die Namen von Weltklasse-Stürmern mit dem Erfolg von Milan und Juventus verbunden waren, kämpfen die Teams aktuell mit einer bemerkenswerten Torflaute. Spalletti hatte im Januar Verstärkung gefordert, doch die Verantwortlichen zögerten. Bei Allegri landete Füllkrug, dessen Impact bisher kaum spürbar ist – ein einziger Treffer in 19 Spielen steht auf seiner Bilanz, verglichen mit Opendas 24 Einsätzen.

Die Saison 1998/99 ist der letzte Beweis dafür, wie selten ein solches Szenario zum Erfolg führt. Damals schnürten sowohl Bierhoff im Roten als auch Inzaghi im Bianconero-Trikot nur wenige Tore. Und auch die Saison 2021/22 wirft einen langen Schatten: Giroud erzielte zwar 11 Tore für Milan, doch Juventus musste sich mit einem angeschlagenen Morata (9 Tore) und der teuren Verpflichtung von Vlahovic (7 Treffer seit Januar) zufriedengeben.

Leao und Pulisic tragen die Last – und das ist ein Problem. Die Hoffnung ruht nun auf Spielern, die eigentlich nicht die Hauptrolle im Angriff übernehmen sollten. Die Zahlen sind unerbittlich: Von den insgesamt 21 Toren im neuen Jahr stammen lediglich acht von den Stürmern. Im Rückrundenverlauf liegt Milan sogar nur auf dem elften Platz der Torjägerliste.

Die lösung liegt im kollektiv – oder doch nicht?

Die lösung liegt im kollektiv – oder doch nicht?

Giovanni Albanese und Marco Pasotto weisen auf eine bemerkenswerte Tatsache hin: Die Abhängigkeit von anderen Mannschaftsteilen ist immens. Yildiz konnte die Krise kurzzeitig abmildern, doch auch er fand im letzten Monat nicht mehr ins Toornet. Spalletti setzt auf Boga, der in den letzten Spielen durchaus nützlich war. Zhegrova hingegen blieb bisher eine graue Eminenz.

Vlahovic, dessen Vertrag ausläuft und der in Mailand bestenfalls auf der Bank Platz nehmen dürfte, ist ein weiteres Puzzleteil in diesem komplizierten Bild. Milik, der nach langer Verletzungspause kurzzeitig Hoffnung geweckt hatte, ist wieder auf dem Abstellgleis. Spalletti steht vor der schwierigen Aufgabe, ein funktionierendes Offensivkonzept zu entwickeln, das ohne einen klassischen Torjäger auskommt. Die Suche geht weiter, denn die Champions-League-Plätze lassen sich nicht mit Talent allein erkämpfen.

Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass ein Team ohne eine klare Torjäger-Figur nur schwer erfolgreich sein kann. Milan und Juventus müssen also ihre Taktik überdenken und kreative Lösungen finden, wenn sie ihre Ambitionen in der Serie A verwirklichen wollen. Die Frage ist, ob sie es rechtzeitig schaffen können, bevor die Konkurrenz den entscheidenden Vorteil nutzt.