Milan droht fifa-verfahren: andré-transfer versinkt im brasilianischen preisdschungel
17 Millionen plus ein Händedruck – reicht nicht. Der AC Mailand steht mit leeren Händen da, während Corinthians-Präsident Duílio Monteiro Alves den 19-jährigen André wie einen Pokerchip hin und her schiebt. Die Folge: Ein Transfer, der eigentlich längst fix war, droht vor die Fifa zu landen.
Milan legt 15 plus 2 auf den tisch – corinthians lacht
Die Summe klingt nach viel, ist in São Paulo aber ein Klacks. 15 Millionen Euro Ablöse, zwei Millionen Schmerzensgeld – äh, Bonus –, sollten den Sechser befreien. Doch die Corinthians-Führung schlug den Scheck zurück, wie brasilianische Medien übereinstimmend berichten. Für sie ist André, der im Herzen schon beim Champions-League-Teilnehmer weilt, mindestens 20 Millionen wert. Und das, obwohl das rechte Mittelfeld ohnehin überläuft.
Trainer Dorival Júnior schaltete sich ein. „Er ist essentiell für mein Projekt“, ließ er via GloboEsporte verlauten. Die Botschaft: Wer André kauft, kauft auch meinen Zorn. Milan-Sportdirektor Geoffrey Moncada reiste deshalb kurzfristig nach Brasilien – vergeblich. Das Treffen mit André-Berater Giuliano Bertolucci endete in einem „não“ mit Ausblick.

Die rechtliche falle: milan besitzt unterschriebene dokumente
Der Clou: Mailand liegt nicht komplett auf der Rolle. Im Tresor der Rossoneri ruhen angeblich bereits unterschriebene Vertragsunterlagen des Corinthians-Rechtsdepartments. Ein juristischer Vorvertrag, der vor der Fifa Bestand haben könnte. „Wir prüfen alle Optionen“, zitiert die Gazzetta dello Sport einen anonymen Milan-Insider. Übersetzt: Entweder wir zahlen mehr – oder wir ziehen vor Schiedsgericht.
Für Milan wäre das ein Novum. Erst im Sommer verpflichtete der Klub Ruben Loftus-Cheek, Christian Pulisic und Noah Okafor – allesamt ohne Reibereien. Bei André raucht es erstmals, weil die brasilianische Seite den Markt neu vermessen hat. Chelsea, Benfica und sogar der FC Porto sollen kurzfristig mitgehorcht haben, den Preis aber nie über 18 Millionen steigern wollen.

Countdown läuft: noch 72 stunden bis zur entscheidung
Corinthians muss sich beeilen. Am 3. März endet die brasilianische Transferfrist, danach dürfte André nur noch per Fifa-Klausel wechseln – ein Verfahren, das Monate dauern kann. Milan wiederum braucht den Sechser sofort. Stefano Pioli plant mit einer Doppel-Sechs, um im 4-3-3 auch europäisch mitzumischen. Ismaël Bennacer fällt verletzt aus, Rade Krunić ist nach Mailand-Infos „nicht tief genug“.
Die Uhr tickt. Milan-Boss Gerry Cardinale will keine weitere Million versenken, aber auch keine Klage riskieren, die den Klub bei künftigen Südamerika-Deals auf eine schwarze Liste setzen könnte. André selbst schweigt, postete aber ein Foto aus dem Corinthians-Trainingscamp – mit einem leicht versteckten Daumen-nach-oben. Fan oder Botschaft?
Die Antwort kommt diese Woche. Entweder erhöht Milan auf 19 Millionen, oder Corinthians zieht den Stecker und behält den Mittelfeld-Rohling. Dann dürfte André bis Sommer in der Libertadores glänzen – und Milan auf dem Transfermarkt erneut anschreiben. Nur teurer.
