Milan: champions-league-pleite könnte transfer-träume platzen lassen

Das rote Trikot, die Curva Sud, der Duft nach Siegen – all das gehört für den AC Milan untrennbar zusammen. Doch was, wenn diese Erfolgsgeschichte plötzlich ins Stocken gerät? Die Schwere der Wahrheit lastet auf den Verantwortlichen: Verpasst der Milan die Qualifikation für die Champions League, könnte das Transferfenster dramatisch kleiner ausfallen, als erhofft.

Lewandowski-poker und die millionengrabes-angst

Die Aussage von Robert Lewandowski, er sei offen für einen Wechsel nach Mailand, klingt verlockend. Aber sie ist untrennbar mit der Frage verknüpft: Kann Milan ihm die Champions League bieten? Denn eines ist klar: Der polnische Torjäger wird sich nicht mit der Europa League zufrieden geben. Sein internationales Prestige und sein Gehalt stellen den Verein vor eine gewaltige finanzielle Herausforderung. Zwei Jahre ohne die Einnahmen der Königsklasse würden tief in die Vereinskasse schneiden – Schätzungen zufolge handelt es sich um 60 bis 70 Millionen Euro, die dann fehlen würden.

Nicht nur der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle. Auch die Attraktivität des Vereins für Top-Spieler leidet unter dem Ausbleiben der Champions League. Ein Mittelfeldspieler wie Leon Goretzka, ein Spieler, der dem FC Bayern München verlassen könnte, würde Milan wohl eher ablehnen, wenn er wüsste, dass er nicht in der europäischen Elite spielen kann.

Pulisic und modric: bleiben sie trotz allem?

Pulisic und modric: bleiben sie trotz allem?

Die Situation betrifft aber nicht nur potenzielle Neuzugänge. Auch etablierte Spieler könnten unruhig werden. Christian Pulisic, dessen Vertrag bis 2028 verlängerbar ist, könnte sich gegen eine Verlängerung ohne Champions League entscheiden. Und was ist mit Luka Modrić? Der erfahrene Kroate, der im September seinen 41. Geburtstag feiert, scheint seine Karriere in der europäischen Spitze zu Ende gehen zu wollen – ein Verzicht auf die Champions League wäre für ihn ein schwerer Schlag.

Die folgen für den transfermarkt: verkäufe sind unausweichlich

Die folgen für den transfermarkt: verkäufe sind unausweichlich

Selbst wenn kein Spieler unzufrieden ist, würde Milan auf dem Transfermarkt deutlich eingeschränkter agieren. Um überhaupt neue Spieler verpflichten zu können, müssten die Rossoneri Spieler verkaufen. Dies ist bereits in der letzten Sommer-Transferperiode der Fall gewesen, als der Verein zwar investierte, aber auch Spieler abgab. Ein fünfter Platz in der Serie A würde die Situation nicht verbessern, da dann die Europa League die Notwendigkeit einer breiteren und stärkeren Mannschaft erfordern würde.

Ein möglicher Kandidat für einen Verkauf wäre der junge Chaka Bartesaghi, dessen Transfer eine beträchtliche Ablösesumme einbringen könnte. Doch das würde die bereits angespannte Kaderbreite weiter verringern.

Die Auslosung des Spielplans für die Europa League bringt eine weitere Komplikation mit sich. In den letzten fünf Jahren hat keine Mannschaft, die in den Top-Fünf-Ligen Europas spielt, gleichzeitig die Europa League oder die Conference League bestritten. Ob das Zufall ist oder nicht, möchte Milan nicht herausfinden müssen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den letzten sieben Spielen der Serie A: Milan muss den Abstand zu Juventus und den anderen Verfolgern halten, um die Champions League sicherzumachen und die Transfer-Träume am Leben zu erhalten.