Milan baut sich trotz rom-pleite neu auf: allegri setzt auf rabiot und bartesaghi

Die Niederlage im Olimpico war ein Schlag ins Gesicht, aber kein K.-o. für Massimiliano Allegri. Der Livornoer zieht nicht den Stecker, er dreht nur an ein paar Schrauben. Samstag gegen Turin stehen die Rossoneri wieder im altbekannten 3-5-2 auf – mit Rabiot und Bartesaghi von Anfang an.

Warum allegri am system festhält

Weil er nicht aus Versehen zwei Jahrzehnte Erfahrung versenken will. Das Gerüst, das er seit der Vorbereitung zimmert, hat bis vor einer Woche funktioniert; ein einziger schwarzer Tag reicht nicht, um es abzubrennen. Die Probleme liegen nicht im Modul, sondern in der Distanz zwischen den Linien – und in den Köpfen.

Die Zahl ist brutal: mit Rabiot holt Milan 2,35 Punkte pro Spiel, ohne ihn bricht der Schnitt auf 1,44 ein. Fast ein ganzer Zähler Differenz, als wäre ein anderer Verein auf dem Rasen. Der Franzose ist nicht nur Ballverteiler, er ist der Metronom, der die Kollegen in Position schiebt und gleichzeitig die Gegner aus dem Takt bringt.

Bartesaghi links, fofana mit freiheitsgrad

Links verteidigt gegen Turin nicht mehr Estupinan, sondern der 19-jährige Bartesaghi, der im Training die letzten drei Tage keine einzige Übung verpasst hat. Seine Vertikalität soll Zaccagni-Isaksen-Duos von vor einer Woche schon im Keim ersticken. Davor bleibt Fofana zentral, weil Rabiots Rückkehr ihm erlaubt, höher zu starten und trotzdem sofort zurückzufallen.

Die Frage lautet nicht mehr 3-5-2 oder 4-3-3, sondern: Wann wechselt Allegri live? Gegen Rom verzögerte er den Systemwechsel, bis die Partie längst wegglitt. Diesmal liegt der Plan bereit: Bei Rückstand schwenkt Milan auf 4-2-3-1 um, Leao rutscht in die Zentrale, Pulisic wandert rechts. Die Alternative heißt Nkunku, doch der ist in Formflaute – und Pulisic hat sich mit Leao wieder vertragen.

Der frieden von milanello

Der frieden von milanello

Dienstagabend, 18:47 Uhr, Kraftkammer. Leao umarmt Pulisic, ein Bild, das die Klub-Fotografen sofort einsaugen. Der Streit in Rom – Leao warf seinem Partner vor, ihn nicht anzuspielen – war ein Sturm im Wasserglas. Beide starten, weil Allegri auf Wut und Einsicht setzt statt auf einen Bankdrücker, der seit Wochen nicht gewonnen hat.

Turin kommt mit nur einer Niederlage aus den letzten acht Spielen. Milan muss gewinnen, will nicht schon wieder sehen, wie die Inter-Maschine davonbraust. Die Kurve wird laut sein, die Spieler auch – sonst war’s das mit der Meisterschaft, bevor sie richtig begonnen hat.