Mike tyson feiert 60. geburtstag: vom hoffnungslosen zum cannabis-tycoon

Kaum jemand hätte ihm das zugetraut: Mike Tyson, einst ein Boxer, der dachte, er würde nicht die 30 erreichen, feiert heute seinen 60. Geburtstag. Ein Leben voller Turbulenzen, Triumphe und finanziellen Fehltritte hat den einst gefürchteten Schwergewichts-Champion zu einer faszinierenden Persönlichkeit gemacht, die nun im Cannabis-Geschäft ihr Glück sucht.

Ein leben am rande des abgrunds

Tyson wuchs im rauen Stadtteil Brownsville in New York auf, wo Schießereien zur Normalität gehörten. Als junger Mann glaubte er selbst, er würde Opfer der Gewalt werden. Doch der frühe Tod seines Vaters und die harte Hand seines Ziehvaters Cus D'Amato führten ihn in den Boxring. Mit nur 20 Jahren wurde er 1986 zum jüngsten Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte, ein Triumph, der ihn jedoch nicht davon abhielt, in einen Strudel aus Ruhm, Exzessen und Problemen zu geraten.

Von wm-titeln zu gefängnis

Von wm-titeln zu gefängnis

Die Jahre nach dem WM-Titel waren geprägt von Kontroversen und dem Verlust der Kontrolle. 1992 wurde Tyson wegen Vergewaltigung zu sechs Jahren Haft verurteilt, was seine Karriere abrupt beendete. Nach seiner Freilassung kämpfte er sich zwar zurück in den Ring, doch der Glanz vergangener Tage kehrte nie wieder zurück. Der Biss an Evander Holyfield 1997 markierte einen weiteren Tiefpunkt und das Ende einer Ära.

Millionen verschwendet, schuldenberge

Millionen verschwendet, schuldenberge

Das Leben des Boxers war nicht nur von sportlichen Höhen und Tiefen geprägt, sondern auch von finanziellen Fehlentscheidungen. Tyson soll rund 300 Millionen Euro verprasst haben – für Autos, Villen, Tiger und ein teures Trainerteam. 2003 meldete er Privatinsolvenz mit über 20 Millionen Euro Schulden an. „Ich bin komplett pleite“, gab er damals zu.

Neuanfang im cannabis-geschäft

Neuanfang im cannabis-geschäft

Doch Tyson gab nicht auf. Er fand eine neue Leidenschaft im Cannabis-Geschäft. 2018 gründete er eine 16 Hektar große Ranch in Kalifornien und vertreibt nun seine eigene Marke „Tyson 2.0“ in 24 US-Bundesstaaten und sogar in Europa. Der ehemalige Boxer, der einst mit Wut und Aggression in den Ring trat, scheint durch Cannabis zu einem entspannteren Menschen geworden zu sein. „Es macht mich zu einem besseren Menschen“, bemerkt er. „Ich wünschte, ich hätte es zu aktiven Zeiten geraucht.“

Nach Auftritten in Filmen und der WWE, sowie einigen umstrittenen Showkämpfen gegen Roy Jones Jr. und Jake Paul, scheint Tyson endlich eine stabile Basis gefunden zu haben. Sein jüngster Auftritt auf der Messe „Mary Jane“ in Berlin, wo er verkündete, er wolle „zum Weltmeister im Cannabis-Handel werden“, unterstreicht seinen Ehrgeiz und seine neu gewonnene Lebensfreude. Die Fruchtgummis in Form von Evander Holyfields Ohr sind dabei nur der Spitze des Eisbergs.