Messi führt miami zur spektakulären aufholjagd – 0:2-pleite wird zum 4:2-festsieg
0:2 zur Pause, 4:2 beim Abpfiff. Lionel Messi schlug in Orlando ein wie ein Wirbelsturm und schickt Inter Miami mit einem Doppelpack plus Torvorlage endlich auf die Siegesstraße.
Der kapitale doppelschlag vor der pause
Orlando City legte los wie die Feuerwehr. Marco Pasalic nutzte eine schlampige Rückpass-Sequenz der Gäste eiskalt (18.), Martin Ojeda ließ mit einem satten Linksschuss Drago vom Fünfer keine Abwehrchance (24.). Die DRV PNK-Stars wirkten ideenlos, das Mittelfeld wie leergefegt. Erste Saisonniederlage Nummer zwei schien nur eine Frage der Zeit.
Doch die Kabine von Trainer Javier Mascherano funktionierte wie ein Reaktor. »Wir haben gespürt, dass wir nicht noch einmal 0:3 verlieren dürfen«, sagte Käpt’n DeAndre Yedlin nach dem Spiel. Die Lösung: System auf 3-4-3 umgestellt, Luis Suárez tiefer in die Zehn-position gezogen, um Messi die Halbräume freizuballern.

Messi-jahre zählen nicht kalender, sondern tore
Kurz nach Wiederbeginn schickte der Argentinier Mateo Silvetti mit einem 35-Meter-Steilpass auf die Reise, Silvetti ließ Pedro Gallese mit einem Lupfer ins lange Eck keine Chance (49.). Acht Minuten später der Dauerbrenner selbst: Jordi Alba flankte von links, Messi nahm den Ball aus Luft erst mit der Brust, dann mit dem links Fuß direkt – 2:2. Es war sein erstes Liga-Tor in dieser Saison und gleichzeitig das 22. Jahr in Folge, in dem er mindestens einmal für Verein oder Nationalmannschaft traf.
Die Schlussphase gehörte ganz dem Weltmeister von 2022. Erst chippte er in den Lauf von Telasco Segovia, der mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck die Gastgeber erledigte (85.). Dann setzte er den Schlusspunkt mit einem Freistoß, der seinesgleichen sucht: 30 Meter, halbrechts, Keilwirkung nach innen – Gallese flog, der Ball zischte unter die Latte (90.).

Was der sieg für die tabelle und die psyche bedeutet
Miami springt von Rang 14 auf 8 in der Eastern Conference, das Playoff-Ticket rückt wieder in Reichweite. Psychologisch wichtiger: Die Elf bewies Moral nach der 0:3-Demontage gegen Los Angeles FC und beendete die Mini-Krise, echt überhaupt eine entstehen konnte. »Wir haben gezeigt, dass wir auch ohne Ballbesitz 90 Minuten Gas geben können«, sagte Mascherano, der seine erste Saison als Chefcoach bestreitet.
Die nächste Hürde folgt schon am Samstag mit dem Heimspiel gegen Atlanta United. Wenn Messi seine Form von Orlando mitnimmt, dürfte auch diese Partie ein Nachbarschaftsduell werden, das die Highlights-Sendung füllt. Die MLS hat ihren Showman zurück – und die Konkurrez sollte sich warm anziehen.
