Mercedes zerlegt das feld – verstappen raus, audi mit paukenschlag

George Russell knallt den Silberpfeil auf Pole, Kimi Antonelli neben ihm – und die Konkurrenz sieht nur noch Rücklichter. Die neue Ära der Formel 1 beginnt mit einer Demontage.

Max Verstappen indessen sucht beim ersten Saisonauftritt vergeblich nach Stabilität. Sein Red Bull rutschte in Kurve 3 weg, schlug gegen die Streckenbegrenzung, der viermalige Weltmeister stapfte mit hängendem Kopf zurück in die Garage. Startplatz 20. Eine Zitterpartie, die die Meisterschaft schon am Samstag infrage stellt.

Russell lässt alle stehen – acht zehntel vorsprung

Die Uhr stoppte bei 1:15,234 Minuten, danach war Ruhe. Isack Hadjar im Red Bull folgt als Dritter mit einer halben Sekunde Rückstand, Charles Leclerc im Ferrari ist nur noch Statist. Die McLaren-Zwillinge Oscar Piastri und Lando Norris schaufeln sich gegenseitig auf Platz fünf und sechs – ein interner Kleinkrieg, der Mercedes lächeln lässt.

Lewis Hamilton schob den zweiten Ferrari auf Rang sieben, doch das reicht nicht, um die Silberpfeile einzufangen. Der Blick geht nach vorn – und dort steht ein 18-jähriger Rookie.

Antonelli stiehlt hamilton die show

Antonelli stiehlt hamilton die show

Kimi Antonelli fuhr sich in 1:15,678 Minuten die Superlizenz selbst aus. Der Italiener, noch vor Jahresfrist in der F4 unterwegs, startet neben Russell in die erste Reihe. Teamchef Toto Wolff atmet durch: „Wir haben zwei Autos, die sich gegenseitig pushen – und den Rest der Welt im Rückspiegel.“

Die neue Technik-Richtlinie schlägt voll durch: Kleinere Tank, kürzerer Radstand, 50 % elektrische Leistung. Mercedes hat die Vorgaben verstanden, Red Bull offenbar nicht.

Audi schlägt ein – hülkenberg und bortoleto in q3

Nico Hülkenberg verpasste den letzten Qualifying-Durchgang um 0,088 Sekunden, wurde Elfter. Gabriel Bortoleto rutschte als Zehnter noch durch – ein Debüt, das die Konkurrenten aufhorchen lässt. „Wir wollten Q3, wir sind in Q3“, sagt Audi-Motorsportchef Adam Baker. „Nun jagen wir Punkte.“

Die Ingolstädter haben keinen Kilometer verschenkt, dafür aber jede Simulation gewertet. Der neue Antriebsstrang liefert 400 kW aus dem E-Motor – genug, um auf den Geraden mit den Großen mitzuziehen.

Morgen um 5.00 Uhr deutscher Zeit rollt das Feld zum Warm-up. Dann zeigt sich, ob Russells Pole ein Sololauf wird – oder doch jemand die Silberpfeile einholt. Eins steht fest: Verstappen muss aus letzter Position nach vorn rasen, sonst ist seine Titelverteidigung nach einem Rennen Makulatur.