Mcenroe fliegt nach arnaldi-aus über cobolli und zerreißt die bühne

John McEnroe kann’s einfach nicht lassen. Noch bevor Flavio Cobolli und Alexander Zverev heute in Paris endgültig die Netze hochziehen, stellt der 65-jährige Tennis-Rebell die „Italianità“ auf die Probe: „30 % Chancen hat Cobolli, nicht mehr.“ Kalt. Direkt. Ur-McEnroe.

Die pressekonferenz, die mcenroe zerriss

Als gestern Matteo Arnaldi erklärte, wegen eines Virus aufgeben zu müssen, trat Cobolli direkt zu ihm an die Mikrofone. Gemeinsamer Auftritt, Arm um die Schulter, Lächeln trotz Tränen. Der Clip ging viral – und McEnroe drehte durch. „Zuckersüße Geste“, schimpfte er in der Nachtsendung von TNT Sports. „Wenn Arnaldi ansteckend ist, warum steht Cobolli dann so nah?“

Ein Schlag ins Kontor italienischer Teamchemie. Denn genau diese Nähe hatte Arnaldi noch am Vortag gepriesen: „Wir sind ein Clan, nicht nur ein Team.“ Jetzt wird der Clan medizinisch wie moralisch auf Herz und Nieren geprüft.

Arnaldi: fünf stunden tiafoe, danach nichts mehr

Arnaldi: fünf stunden tiafoe, danach nichts mehr

McEnroe, selten zimperlich, bohrt nach. „Ich bin kein Arzt, aber die Rechnung ist simpel: fünfeinhalb Stunden gegen Tiafoe, kaum Regeneration, dazu Nervenfutter und vielleicht die falsche Pasta. Addiert ergibt’s: Aus.“ Tatsächlich führte kein Spieler in diesem Roland-Garros-Tableau mehr Bälle über den Schläger als der 23-jährige Sanremese.

Was bleibt, ist eine Halbfinal-Lektion: Ausdauer allein reicht nicht, wenn der Körper den Stift dreht.

Cobolli als underdog mit turbo-faktor

Cobolli als underdog mit turbo-faktor

Zurück zur reinen Mathematik des Finals. McEnroe reicht Cobolli nur jene 30 %, weil „Zverev die Routine, das Serve +1, die Erfahrung von drei Grand-Slam-Finals“ besitzt. Doch dann schaltet der Ex-Champion die Ironie hoch: „Flavio kommt frisch, er trägt keine Narben. Wenn er die erste Stunde überlebt, wird Sascha nervös.“

Die Zahl spricht für sich: Cobolli hat in Paris nur zweimal mehr als drei Sätze gebraucht. Zverev schleppte sich in zwei Fünfsatz-Krimis ins Finale. Frische gegen Routine – das Duell beginnt schon vor dem ersten Aufschlag.

Nur eines scheint klar: McEnroe wird live dabei sein und, wie immer, lauthals seine Meinung kundtun. Ob Cobolli morgen die 30 % wahr macht oder nicht – die Tenniswelt hört ohnehin nur auf „SuperMac“.