Mbc schockt alba, seawolves kippen, oldenburg dreht auf: bbl explodiert

Weißenfels, 22.30 Uhr. Nach 13 Pleiten in Serie steht Khyri Thomas an der Freiwurflinie, legt den Ball ans Ohr, schmeißt ab – und trifft. Sekunden später heult die Arena. 99:68 gegen Tabellenzweite Alba Berlin. Die Serie ist tot. Die Saison lebt.

Sieben minuten, die alles veränderten

Halbzeitstand: 52:44. Noch glaubt kein Mensch an ein Wunder. Doch Milenko Bogicevic hat in der Kabine die Reißleine gezogen. Sein Auftrag: früher pushen, alle fünf zusammen pressen, den Ball abziehen wie einen reifen Apfel. Ergebnis: ein 16:2-Lauf, Alba platt, MBC in Ekstase. Spencer Reaves versenkt vier Dreier in Folge, Charles Callison serviert neun Assists, Marcus Foster zertrümmert das Brett. Alba? Völlig verdattert, nur Malte Delow zweistellig. Die Berliner gehen mit hängenden Köpfen Richtung Ausgang, während die Fans in Weißenfels „Endlich!“ skandieren.

Doch die Nacht bleibt jung. In Rostock kippen die Seawolves kurz vor Mitternacht. 73:78 gegen Chemnitz. Angeführt von D’Shawn Schwartz (20 Punkte) lagen die Hausherren 38 Minuten lang vorne. Dann holt Corey Davis die 99ers zurück. 23 Punkte, davon 13 im letzten Viertel. 26:18 lautet der Schlussabschnitt – ein kleines Erdbeben in der Stadthalle. Die Rostocker Betreuer verdrehen die Augen, die Statistiker korrigieren die Tabelle, die Chemnitzer Hinterhofbande tanzt auf den Rängen.

Frankfurt verschenkt 13 punkte – oldenburg schlägt zu

Frankfurt verschenkt 13 punkte – oldenburg schlägt zu

Im dritten Spiel des Abends liefert die EWE Baskets-Truck-Party den ultimativen Punch. Frankfurt führt zur Halbzeit 40:33, vor dem letzten Viertel 61:51. Dann beginnt ein 28:12-Feuerwerk der Gäste. Michale Kyser blockt zweimal hintereinander, Tomislav Zubcic versenkt den Dreier, Nicholas Tischler klaut den Ball, sprintet, zeigt den Finger ans Ohr – 16.000 Zuschauer im Stream schreiten synchron hoch. Die Skyliners verpassen 13 Würfe in Folge, ihre Köpfe sinken, während Oldenburg die Playoff-Tür aufstößt.

Was bleibt? Drei Ergebnisse, drei Dramen, eine Botschaft: Die BBL ist kein Selbstläufer. Die Tabelle täuscht, die Uhr tickt, und in der Nacht von Mittwoch hat sich gezeigt, dass Selbstvertrauen wichtiger ist als Budget. Nächste Woche geht’s weiter. Wer am Ende oben steht, weiß nach diesem Abend keiner mehr so genau.