Mbappé: von rekordtorjäger zum problem?

Die Diskussion, ob der Real Madrid ohne Mbappé besser ist, wirkt angesichts der Fakten absurd. Doch ein genauerer Blick offenbart eine überraschende Entwicklung: Während der Franzose einst Tore am Fließband markierte, kämpft er nun mit einer erschreckenden Formkrise, die die Leistung des gesamten Teams beeinträchtigt.

Die initialphase: eine sieben-spiele-serie und mbappés torhunger

Nach dem Mundial de Clubes schien der Knoten geplatzt zu sein. Real Madrid präsentierte eine beeindruckende Sieben-Spiele-Serie, angetrieben von Mbappés wiedergefundenem Torinstinkt. Neun seiner insgesamt 16 Saisontore fielen in dieser Phase, während das Projekt unter Xabi Alonso Fahrt aufnahm. Das Duell im Metropolitano mag zwar für eine kurzzeitige Ernüchterung gesorgt haben, doch die Madrilenen antworteten mit sechs weiteren Siegen und acht weiteren Toren des französischen Stürmers.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Was einst als eine unaufhaltsame Maschinerie wirkte, gleicht nun einer Achterbahnfahrt. Madrid hat zwar seine besten Siegesserien erreicht, aber die Konstanz fehlt. Und der zentrale Faktor dieser Schwankungen ist Mbappés verändertes Spiel.

Ein dramatischer leistungsabfall: von vier schüssen auf 25

Ein dramatischer leistungsabfall: von vier schüssen auf 25

Die bisherige Dominanz des Franzosen im weißen Trikot scheint einer längst vergangenen Erinnerung ähnlich. In seinen ersten 31 Partien erzielte er unglaubliche 38 Tore – eine statistische Rarität, die an die glorreichen Zeiten von Cristiano Ronaldo erinnert. Damals benötigte Mbappé lediglich vier Schüsse, um das Netz zu finden. Seine Trefferquote lag bei beeindruckenden 25 Prozent.

Heute ist die Situation dramatisch anders. Seine Effizienz ist auf ein miserables 4 Prozent gesunken. Es braucht nun 25 Schüsse, um einen einzigen Treffer zu erzielen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mbappé befindet sich in einer Formkrise, die das gesamte Team belastet. Die Partie gegen Bayern München verdeutlichte diese Problematik auf schmerzliche Weise: Trotz seines Tores zum 1:2 wirkte er blass und wenig gefährlich.

Es ist ein Umstand, der die Verantwortlichen bei Real Madrid zunehmend beunruhigt. Während Vinícius Júnior seine Rolle als Dribbelkünstler und Vorlagengeber weiterhin ausfüllt, scheint Mbappé den Anschluss verloren zu haben. Die Dynamik zwischen den beiden Offensivspielern, die einst so erfolgreich war, ist verschwunden.

„Ich mache mir keine Sorgen um zwei Spieler, die solche Werte vorweisen können. Sie sind sicherlich zu den vier oder fünf besten Spielern der Welt zu zählen“, erklärte Arbeloa in seiner Analyse. „Wir müssen uns als Team verbessern, insbesondere gegen Mannschaften, die uns den Raum nehmen. Das ist etwas, das uns weiterhin Schwierigkeiten bereitet. Ich hoffe, dass diese Negativsträhne im Laufe der Zeit verschwindet und wir wieder mehr Torchancen nutzen können.“

Die Frage, wie sich Mbappé aus dieser Krise befreien wird, bleibt offen. Fest steht jedoch: Solange der französische Star nicht zu alter Stärke findet, wird Real Madrid es schwer haben, seine Ambitionen in der Champions League und der Liga zu verwirklichen. Die einst unaufhaltsame Maschine scheint nun zu patzen, und die Madrilenen müssen sich dringend eine Lösung einfallen lassen, bevor die Situation völlig aus dem Ruder läuft.