Mauro zieht die notbremse: italiens kopfproblem ist gefährlicher als dzeko

Massimo Mauro schlägt mit der Faust auf den Tisch. Die Italiener seien zwar stärker als Bosnien, doch das nütze nichts, wenn sie nicht endlich aufhören, sich selbst zu blockieren.

Die wahrheit nach 120 minuten wales

„Wir haben eine gute Nazionale, nur ein bisschen leicht in der Abwehr“, sagt der ehemalige Juve-Keeper und lüftet den Bann: Die Azzurri seien technisch klar überlegen, aber sie spielten, als hätten sie Blei in den Schuhen. Mauro erinnert sich an das EM-Aus gegen Wales. Dort hatte Italien zwar 65 Prozent Ballbesitz, doch die Druckphase nach der Verlängerung brachte nur zwei Torschüsse. „Das ist keine Frage der Kondition, sondern der Psyche“, sagt er.

Die berüchtigte Jubelpose nach dem 2:1 gegen Albanien? „Ein Stilbruch, ja. Aber die Jungs wollten niemanden beleidigen – sie wollten sich selbst überzeugen, dass sie noch leben.“ Mauro lacht bitter. „Das Problem ist: Wenn du dich selbst überzeugen musst, bist du schon halb geschlagen.“

Der plan gegen bosnien: erst punchen, dann spielen

Der plan gegen bosnien: erst punchen, dann spielen

Am Dienstag in Zenica geht es ums nackte Überleben. Die Bosnier um Edin Dzeko und den jungen Playmaker Alajbegovic sind laut Mauro „erstklassige Techniker, aber nicht unbesiegbar“. Seine Devise: „Wir müssen zuerst auf Augenhöhe kommen, dann können wir unsere Klasse zeigen.“ Das bedeutet: Zweikampfquote hoch, kein Halten, kein Warten. „Wenn wir denken, wir gewinnen nur durch Tiki-Taka, verlieren wir 1:0 durch einen Dzeko-Kopfball in der 87. Minute.“

Mauro fordert von Luciano Spalletti, endlich die Seelenärzte einzusetzen. „Wir haben Sportpsychologen, Analysten, Fitnessgurus – aber wer kümmert sich darum, dass unsere Spieler wieder frei im Kopf sind?“ Die Antwort darauf wird in Zenica fallen. Ohne Sieg ist der Traum von der WM 2026 so gut wie beerdigt.