Matthias ginter muss 15.000 euro zahlen – türtritt nach bayern-krimi wird teuer
15.000 Euro für einen Tritt. Die DFB-Kontrollkommission hat Matthias Ginter wegen „unsportlichen Verhaltens“ nach dem 2:3 gegen Bayern München mit einer saftigen Geldstrafe belegt. Der SC-Freiburg-Verteidiger akzeptierte das Urteil, es ist damit rechtskräftig.
Was genau passierte nach abpfiff?
Laut DFB-Bericht lief Ginter nach dem Schlusspfiff direkt auf die Schiedsrichterkabine zu, schrie lautstoff und trat von außen gegen die Tür. Der Vorfall ereignete sich unmittelbar nach dem Spiel, in dem Freiburg eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab. Der eingesetzte Referee Daniel Siebert und seine Assistenten hatten in der Schlussphase einige strittige Entscheidungen getroffen – unter anderem eine zweifelhafte Elfmeter-Rangelei, die den Bayern den Anschlusstreffer ermöglichte.
Die Emotionen kochten über. Ginter, sonst als ruhiger Typ bekannt, verlor die Contenance. Die Kameras der internationalen TV-Sender hatten den Türtritt nicht eingefangen, aber Zeugen im Stadion meldeten den Vorfall. Der DFB leitete ein Ermittlungsverfahren ein, bot Ginter ein Strafmaß an – und der 32-Jährige unterschrieb.

Warum die hohe summe?
Die Kommission bewertete die Handlung als „massive Beeinträchtigung der Integrität der Schiedsrichter“. 15.000 Euro sind für einen Profi mit Bundesliga-Gehalt kein Ruin, aber sie liegen deutlich über dem Standard von 5.000 bis 8.000 Euro, der bei vergleichbaren Ausrastern verhängt wird. Ginter galt bislang als vorbildlicher Profi, ohne jede Rote Karte in 295 Bundesliga-Einsätzen. Diese Weißweste dürfte bei der Strafbemessung nicht mehr gestimmt haben.
Für Freiburg kommt die Entscheidung zur Unzeit. Die Mannschaft von Christian Streich bangt um die internationalen Plätze, Ginter ist unbestrittener Leitwolf. Er verpasste in dieser Saison nur ein Pflichtspiel wegen einer leichten Oberschenkelblessur. Der ehemalige Nationalspieler (51 Länderspiele, WM-Titel 2014) hatte sich erst im Winter mit einem Vertrag bis 2026 langfristig an den Klub gebunden.

Geht ihm die last auf die nerven?
In der laufenden Spielzeit trägt Ginter nicht nur die Abwehr, sondern auch die Kommandostimme. Mit 32 Jahren ist er der älteste Feldspieler der Startformation. Die jüngsten sieben Gegentore in drei Partien lasten auf seiner Souveränität. Der Türtritt wirkt wie ein Ventil, das jäh aufsprang – und nun 15.000 Euro kostet.
Der DFB betonte, dass Ginter „einsichtig und kooperativ“ gewesen sei. Es bleibe bei der Geldstrafe, ein Spiel-Sperre schwebt nicht. Für den Verteidiger ist die Sache damit abgehakt, die Tür der Kabine in Freiburg aber bleibt künftig vermutlich doppelt verriegelt.
