Mats korte bleibt: gwd minden sichert sich identifikationsfigur für zwei weitere jahre

Mats Korte zieht es nicht weg vom Kampa-Stadion. Der 28-jährige Außenspieler verlängert vorzeitig und wird mindestens bis 2026 das grün-weiße Trikot tragen – seine Heimat liebt er mehr als Transfergerüchte.

Die Entscheidung fällt spät, aber spektakulär. Nach 300 Einsätzen in der Handball-Bundesliga unterschreibt der Mindener Urgestein zwei neue Jahre, obwohl seine Leistungsdaten ihn längst in höhere Gehaltsklassen befördert hätten. Nils Torbrügge, Geschäftsführer von GWD, spricht offen: „Mats steht für den Weg, den wir gehen. Kein Import, kein Leihgeschäft – einfach Minden, das sich selbst bedient.“

Verlängerung als gegenentwurf zum transferzirkus

Verlängerung als gegenentwurf zum transferzirkus

In einer Liga, in der Klubs sich gegenseitig mit Millionenbussen überbieten, wirkt Kortes Verbleib wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Keine Ablöse, keine Mäzen-Escort, nur Handschlag und Handschrift. Torbrügge betont: „Konstanz ist kein Marketinggag, sondern unsere DNA.“ Die Statistik gibt ihm recht: Seit 2016 fehlte Korte nur in 14 Partien, erzielte dabei 682 Tore – und ist damit unter den Top-20 der Liga, obwohl er selten Rampenlicht sucht.

Für Korte selbst war die Wahl nie kompliziert. „Ich bin hier geboren, hier gelernt, hier geblieben“, sagt er knapp. Die Kampa-Hall wird saniert, die Zukunft neu gezeichnet – und er will dabei sein, wenn 2025 die ersten Spiele im modernisierten Block B steigen. „Das ist meine Motivation: sehen, wie Minden wieder nach vorne kommt, nicht nur sportlich.“

Der Klub plant mit ihm weit über die Vertragslaufzeit hinaus. Intern kursiert das Stichwort „Captain 2.0“, sollte Spielführer Lukas Stutzke den Verein verlassen. Korte schweigt zu dem Thema, lächelt nur. Seine Zahlen sprechen lauter: 93 % Passquote, 78 % Siebenmeter-Quote, dazu eine Zweikampfquote von 62 % – Werte, die ihn in Coach Martin Draganits-System unverzichtbar machen.

GWD Minden liegt derzeit auf Play-off-Kurs, die nächsten Gegner: SC Magdeburg und Füchse Berlin. Die Liga schaut auf David gegen Goliath – und auf einen Außen, der sich weigert, zu den Reichen zu laufen. Die Verlängerung ist mehr als Personalie: Sie ist ein Statement gegen Kommerz, für Region, für Identität.