Martín legt ibiza-träume links liegen – fokus auf catalunya!
Barcelona fiebert dem MotoGP-Rennen entgegen, und Jorge Martín scheint bereit zu sein, die Show zu stehlen. Der Madrileño reist nach seinem historischen Doppel-Sieg in Le Mans an, wo er 2024 bereits den Titelgewinn feierte, mit breiter Brust, doch ohne Überheblichkeit.
Konzentration statt party: martins pragmatischer ansatz
Die Feierlichkeiten nach Le Mans blieben überschaubar. "Ibiza? Fehlanzeige!" so Martín grinsend. Stattdessen nutzte er die Zeit für ein entspanntes Abendessen mit seinem Aprilia-Konkurrenten Aleix Espargaró. Dieser nüchterne Blick auf den Erfolg ist typisch für den jungen Spanier: Das Le-Mans-Doppel mag beeindruckend gewesen sein, doch Martín betont, dass er bereits zuvor konstant Leistung gezeigt habe. "Es war ein schöner Moment, aber die Arbeit geht weiter. Der Fokus liegt auf Montmeló.“

Montmeló: ein tanz auf dem vulkan
Die Strecke in Katalonien ist für Martín von besonderer Bedeutung, nicht zuletzt aufgrund seiner dortigen Titelentscheidung. Er beschreibt die Strecke als "kompliziert“, betont aber, dass es nicht um die Frage geht, ob sie gut oder schlecht sei, sondern vielmehr darum, das Motorrad optimal einzustellen. Ein gutes Setup, das ausreichend Grip bietet, ist entscheidend, da ansonsten wertvolle Zeit verloren geht. Die Balance, das Zusammenspiel zwischen Vorder- und Hinterrad, wird hier zum Schlüssel zum Erfolg.

Aprilia-evolution: ein balanceakt
Martín lobt die Fortschritte, die Aprilia im vergangenen Jahr mit der Maschine erzielt hat. “Wir haben viel verändert, Dinge gefunden, die Aprilia zuvor nicht hatte. Allerdings haben wir dafür auch an anderen Stellen Federn lassen müssen.” Konkret geht es um den Verlust an Stabilität im Vorderradbereich, den es zu kompensieren galt. Die Suche nach dem perfekten Gleichgewicht zwischen Agilität und Stabilität ist ein ständiger Prozess, in dem es darum geht, die Stärken der Maschine zu maximieren und die Schwächen zu minimieren. “Wir wissen jetzt, wo es knackt und worauf wir hinarbeiten müssen.”

Teamharmonie vor rivalität: martins botschaft
Gerüchte über spezielle Regeln bei Aprilia, um ein Duell zwischen Martín und Bezzecchi zu verhindern, weist er entschieden zurück. "Ich habe nichts davon gehört. Marco und ich haben eine gute Beziehung, wir sind zwar keine Freunde, aber auch keine Feinde. Wir sind Teamkollegen und wollen uns gegenseitig helfen, die anderen Hersteller zu schlagen.“ Er betont die Wichtigkeit der Harmonie im Team und warnt davor, dass ein unnötiger Kampf um Positionen dem gesamten Team schaden könnte. “Respekt ist wichtiger als ein Platz mehr.”
Martín hat in den letzten Jahren nicht nur sportlich, sondern auch persönlich reifer geworden. “Die Jahre vergehen, das ist das Einzige, was wir wissen. Ich arbeite daran, mich mental, professionell und persönlich weiterzuentwickeln.” Diese Entwicklung macht ihn zu einem immer stärkeren und ausgeglicheneren Fahrer, der in der MotoGP-Szene zu einer festen Größe zu werden scheint. Und in Montmeló will er zeigen, was er gelernt hat – ohne Ibiza-Zwischenstopp.
