Martín kämpft mit hitze, findet aber setup-verbesserung!
Assen – Jorge Martín hatte einen turbulenten Start ins Wochenende beim niederländischen Grand Prix. Ein Sturz überschattete zwar die Freitagsstimmung, doch der Aprilia-Pilot konnte wichtige Fortschritte am Motorrad erzielen und zeigt sich optimistisch für das Qualifying und das Rennen.
Hitze als größter gegner
Die Temperaturen in Assen stellten Martín vor eine enorme Herausforderung. „Es fühlte sich an wie ein Vulkan“, beschrieb der Spanier die Bedingungen. „Ich habe noch nie so viel Hitze erlebt, nicht einmal in Asien. Dort ist zwar die Luftfeuchtigkeit höher, was die Hitze etwas erträglicher macht, aber hier war es einfach brutal.“ Die Kombination aus der hohen Umgebungstemperatur und der Abwärme des Motors sorgte für erhebliche Belastung. Martín betonte, dass er sich nun intensiv auf die Ernährung und Erholung konzentrieren müsse, um mit den Strapazen umzugehen.

Sturz mit happy end
Der Sturz selbst ereignete sich, als Martín versuchte, die Hinterreifen-Temperatur zu kontrollieren. „Ich bin ganz ruhig gefahren, um zu vermeiden, dass der Reifen überhitzt. Wir haben dieses Problem schon gehabt, wenn ich direkt nach dem Verlassen der Box voll aufs Gas gebe. Aber vielleicht habe ich den Gewichtsverlauf nicht richtig angepasst, und das Hinterrad hat mich rausgeworfen.“ Glücklicherweise landete Martín im Gras, wo der perfekt geschnittene Rasen ihm den Sturz abmilde. „Ich habe versucht, mich schnell abzufangen, die Ellbogen und Hände einzusetzen, um einen harten Aufprall zu vermeiden. Zum Glück gab es keine Steine.“

Verbesserung im setup bringt hoffnung
Trotz des Sturzes sieht Martín Lichtblicke. „Ich habe bereits am Morgen eine Änderung an der Gabel vorgenommen, und das hat sofort einen großen Unterschied gemacht. Das Motorrad kommuniziert besser mit mir, ich habe mehr Gefühl und weiß, wie weit ich gehen kann. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne.“ Er räumte ein, dass er in Brno mit dem gleichen Setup deutlich weniger konkurrenzfähig gewesen wäre. Die Aprilia scheint in Assen gut zu funktionieren, und Martín ist zuversichtlich, dass er um eine Podestplatzierung kämpfen kann.
Bezzecchi als maßstab
Marco Bezzecchi zeigte bereits im Abschlusstraining starke Leistungen und scheint momentan die Nase vorn zu haben. „Ich sehe Marco sehr stark, vielleicht sogar einen Tick stärker als die Konkurrenz. Aber alle Aprilias sind sehr konkurrenzfähig. Es ist erstaunlich, wie schnell wir uns hier entwickelt haben.“
Elektronik als schlüssel zum erfolg
Martín verweist auf die entscheidende Rolle seines Elektronikspezialisten Renato Pennacchio. „Er ist einfach unersetzlich. Dank der Daten von Bezzecchi im Vorjahr und unseren eigenen Referenzen auf anderen Strecken kann er mir die perfekten Mappings erstellen. Ich bin da sehr pingelig, was die Elektronik betrifft, aber Renato hält mit.“ Die gute Basis, die Pennacchio gelegt hat, ermöglicht es Martín, sich auf das Fahren zu konzentrieren und das Beste aus dem Motorrad herauszuholen.
Obwohl er noch nicht ganz das Gefühl hat, das er in Le Mans hatte, wo er den Sieg holte, ist Martín überzeugt, dass er in Assen eine realistische Chance auf das Podest hat. Die Hitze mag eine Herausforderung sein, doch der Spanier ist entschlossen, seine Konkurrenten zu überwinden und ein starkes Ergebnis zu erzielen.
