Sukur: erdogan blockiert livestream beim usa-spiel!
Los Angeles – Ein surrealer Moment für eine türkische Legende: Hakan Şükür, einst gefeierter Stürmer und heute gebrandmarkt vom türkischen Regime, erlebte während des Spiels der Türkei gegen die USA eine unerklärliche Blockade seines Livestreams. Der Mann, der die Türkei 2002 zum dritten Platz bei der WM führte, war als Ehrengast der FIFA eingeladen – ein Auftritt, der in seiner Heimat für heftige Kontroversen sorgte.
Ein schatten über dem sofi stadium
Şükür, der seit Jahren im Exil in Kalifornien lebt, wurde von der FIFA zu dem Spiel eingeladen, wobei „erhebliche Sicherheitsmaßnahmen“ getroffen wurden. Angesichts der Anschuldigungen des türkischen Regimes, er sei in eine Terrororganisation verwickelt, ist diese Vorsicht verständlich. Er war mit seiner Frau anwesend und dokumentierte die Partie aus einer VIP-Loge, was zu wütenden Reaktionen in der Türkei führte, wo er weiterhin als Verräter betrachtet wird. Die Bilder, die Şükür postete, zeigten einen Mann, der zwischen zwei Welten gefangen ist – ein einstiger Held, der heute von seinem eigenen Land geächtet wird.
Die Kritik am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan führte dazu, dass Şükür als „Persona non grata“ behandelt wird und sich in den USA ein neues Leben aufgebaut hat, das von Auftritten auf YouTube, Individualtrainings für junge Fußballer und der Organisation von Sommercamps lebt. Er betreibt außerdem eine Bäckerei, ein bescheidenes Auskommen nach einer glanzvollen Karriere.

Technische probleme oder politischer druck?
Doch der Auftritt im SoFi Stadium sollte eigentlich ein positives Erlebnis sein. Şükür berichtete jedoch, dass er während des Spiels nicht in der Lage war, seinen Livestream auf Instagram und YouTube zu starten, obwohl er eine stabile Internetverbindung hatte und seine Kollegen in der unmittelbaren Umgebung problemlos live waren. „Ich hatte keine Probleme mit dem Internet. Alle um mich herum waren live, ich konnte mit keinem meiner beiden Konten streamen…“, klagte er.
Um das Problem zu untersuchen, gab er seine Zugangsdaten an einen Freund in Europa weiter, der erfolgreich einen Stream starten konnte. Als Şükür selbst versuchte, den Stream von Kalifornien aus fortzusetzen, trat das Problem erneut auf. Er vermutet einen geografischen Block: „Ich glaube, es gibt ein Problem mit der geografischen Lokalisierung. Ich glaube, mir wurde gerade dort, wo ich untergebracht war, das Streaming verwehrt.“
Şükür ist überzeugt, dass hinter dieser Blockade die türkischen Behörden stecken, die darauf aus sind, zu verhindern, dass die Öffentlichkeit in der Türkei ihn in dieser Situation sieht. Er beschuldigt Ankara seit langem, Druck auf soziale Medien auszuüben, um seine Inhalte zu beschränken und seine Sichtweise zu unterdrücken. Die Frage ist: Wie weit reicht der Arm der türkischen Regierung in die Ferne, um ihre politischen Gegner mundtot zu machen?
Die Blockade unterstreicht die prekäre Situation, in der sich Şükür befindet – ein Fußballheld, der in seiner Heimat zu einem Staatsfeind wurde, dessen Leben und seine Möglichkeit, sich zu äußern, weiterhin von politischen Interessen bestimmt werden.
