Martín gewinnt motogp-sprint in austin – und fliegt beim siegerwheelie auf die nase
Jorge Martín ist zurück. Und wie. Der Aprilia-Star holt sich in Austin den ersten Sprint-Sieg seit 500 Tagen – um sich Sekunden später beim Show-Wheelie selbst zu demontieren. Die Bilder gehen um die Welt: Martín stemmt die Vorderrad der RS-GP in die Luft, verliert beim Runterkommen die Kontrolle, küsst den Asphalt. Unverletzt, aber verlegen.
„Ich wußte, dass ich fallen werde“
„Im zweiten Gang hab ich gemerkt, dass das Bike nicht hochkommt, im dritten hab ichs nicht mehr geregelt, und im vierten bin ich dann abgeflogen“, lacht Martín hinterher – halb. „Sorry an die Crew, aber heute drehen sie trotzdem durch.“ Die Mechaniker applaudieren ihm, als er zu Fuß ins Boxenstolpert. Kein Schaden am Fahrer, nur ein Kratzer am Ego.
Die Taktik war brillant. Startplatz sieben, halbe Sekunde Rückstand auf Di Giannantonio. Aber Martín setzt auf Medium hinten, während die Mehrheit auf Soft gambelt. Als Bezzecchi drei Runden vor Schluss wegrutscht, jagt er Bagnaia wie ein Geier. Attacke in Kurve zwölf, innen, Bremse spät, drüber. Sprint-Sieg. Die Tribüne tobt.

Bagnaia nimmt den sturz mit humor
„Ich hab seit Ewigkeiten keinen Wheelie mehr gemacht“, grinst der Ducati-Champion. „Mein Team baut mir ein Bike, das keine Wheelies kann. Dieses Gefühl kenne ich nicht.“ Hinter dem Späßchen steckt Respekt. Martín war weg, lange weg. Zwei Operationen, Winter voller Reha, Selbstzweifel. „Ich wollte nicht mehr zurückkommen. Jetzt bin ich hier – und ich brenne.“
Die linke Hand schmerzt, die Lungen kochen, aber die Uhr zeigt: 500 Tage Durststrecke vorbei. Aprilia-Chef Rivola umarmt ihn, Tränen und Motoröl. Nächstes Rennen ist schon morgen. Martín grinst: „Das Bike ist heil, mein Stolz auch. Und wenn nötig, feiere ich im Parc fermé – da fliegt keiner mehr runter.“
