Martel-poker: fc köln droht ein teurer fehler?

Eric Martel, das Talent im Mittelfeld des 1. FC Köln, könnte dem Verein am Ende mehr Kopfzerbrechen bereiten als erhelfen. Eine vermeintlich clevere Strategie bei der Vertragsverlängerung scheint sich nun ins Auge zu stechen – und die Gehaltsvorstellungen des Spielers könnten den FC teuer zu stehen kommen.

Die geduld des fc ist am ende

Die geduld des fc ist am ende

Was im Sommer noch als kalkuliertes Warten auf die sportliche Entwicklung erschien, könnte nun ein Eigentor werden. Nach Informationen der BILD hat das große Interesse des 1. FC Köln, Martel langfristig und zu Top-Konditionen an den Verein zu binden, offenbar abgerissen. Ein Wechsel könnte für den 24-Jährigen nun deutlich lukrativer ausfallen, als er es sich in Köln hätte vorstellen können.

Die Ausgangslage war denkbar anders: Sportboss Thomas Kessler drängte auf eine Verlängerung, stieß aber auf die harte Nuss, die Martel und sein Berater Michael Reschke bildeten. Beide vertrösteten den FC auf den Winter, in der Hoffnung, die sportliche Entwicklung des Teams abwarten zu können. Doch die Zukunftsvorstellungen von Martel und Reschke lagen schon damals weit auseinander.

Ein Vergleich mit Skhiri? Martel und sein Berater orientierten sich offenbar am Beispiel von Ellyes Skhiri, der den FC 2023 ablösefrei verließ und nun in Frankfurt spielt. Martel träumte von einem Top-Vertrag und der Chance, international zu spielen – Angebote dieser Art blieben ihm jedoch bislang aus. Lediglich ein loses Interesse aus Freiburg soll sich abgezeichnet haben, während Gerüchte über Leipzig und Wolfsburg die Runde machen.

Die ausbleibenden Top-Angebote haben einen einfachen Grund: Unter dem ehemaligen Coach Lukas Kwasniok verlor Martel seinen Stammplatz und konnte nicht die Leistungen abrufen, die man von ihm gewohnt war. Weder im Derby, noch in Bundesliga-Spielen konnte er überzeugen. Seine Worte nach dem 1:2 gegen Leverkusen – „Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Wir sind in Gesprächen“ – klingen daher eher wie eine verzweifelte Suche nach einer Ausstiegsstrategie.

René Wagner, der Nachfolger Kwasnioks, setzt zwar wieder auf Martels Körperkraft und Größe, doch ob das für eine Verlängerung zu attraktiven Konditionen ausreicht, ist fraglich. Martel könnte sich nun gezwungen sehen, einen Kompromiss einzugehen – und der FC könnte am Ende einen Spieler für deutlich weniger Geld erhalten, als er ursprünglich gefordert hatte. Die Rechnung könnte am Ende für den Verein schiefgehen.

Die Situation zeigt deutlich: Wer im Fußball zu lange auf eine Verlängerung wartet, riskiert, den Spieler umsonst zu verlieren. Und Martel könnte am Ende die Zeche dafür zahlen, dass er seine Zukunft zu lange in der Schwebe ließ.