Márquez: „neuralgie ist vergangenheit – jetzt zählt muskelaufbau!

Mugello – Ein Hoffnungsschimmer für MotoGP-Fans: Marc Márquez hat nach seinem Comeback in Italien eine deutliche Verbesserung berichtet. Der Honda-Pilot war im FP2 mit Platz 10 in den Top 10, ein Ergebnis, das er nach eigener Aussage bewusst herbeigeführt hat, um sich für das Qualifying optimal zu positionieren. Doch es ist mehr als nur ein Platz in der Startaufstellung, es ist der Fortschritt, der Márquez aktuell antreibt.

Die last der neuralgie hinter sich gelassen

„Der Tag war sehr gut, weil ich null Kribbeln in der rechten Hand hatte“, so Márquez nach dem Qualifying. „Das war das Ziel der Operation, und ich bin sehr erleichtert, dass ich dieses Gefühl nicht mehr habe.“ Die Operationen an seinem Arm, sieben Eingriffe insgesamt, haben ihn sichtlich belastet. Doch nun scheint sich der Fokus zu verschieben. Es geht nicht mehr primär um die Nerven, sondern um den Wiederaufbau der Muskeln – ein Prozess, der Geduld erfordert.

Die Anpassung ans Motorrad gestaltet sich schwierig. „Wenn ein Nerv wie jetzt besser arbeitet, gibt es neue Muskelkater, neue Beschwerden, andere Positionen. Das ist ein Prozess, in dem ich vor allem viel Geduld brauche“, erklärt Márquez. Er gesteht offen, dass es mit dem Helm manchmal etwas schwieriger ist, aber er ist entschlossen, diese Herausforderung zu meistern.

Der kampf gegen die muskeln

Der kampf gegen die muskeln

Das eigentliche Problem liegt nun im Muskelaufbau. „Das Ziel ist es, einen Arm wieder aufzubauen, der vom Ellenbogen bis zur Schulter siebenmal operiert wurde. Es war oft nötig, ihn vorsichtig zu behandeln“, verdeutlicht Márquez die Situation. „Jetzt ist es wichtig, dass ich mich neuralgiebedingt gut fühle, und dann geht es darum, die Grenzen meiner Muskelkraft herauszufinden. Das wissen wir noch nicht genau.“ Er verweist auf die Unvorhersehbarkeit des Heilungsprozesses nach Nervenschäden, der sich grundlegend von der Heilung eines Knochenbruchs unterscheidet.

Die Erfahrung in Mugello bestätigte Márquez' Entscheidung, trotz der körperlichen Einschränkungen anzutreten. „Wenn ich die Entscheidung treffe, zu fahren, dann gibt es keine medizinische Einwände, und ich fühle mich in der Lage, das Motorrad zu fahren. Manchmal reicht es, wenn man 70 Prozent seiner Leistungsfähigkeit erreicht, um wieder ins Rollen zu kommen.“ Der Körper signalisiert zwar eine Kompensation über die linke Hand, aber das gehört für Márquez zum aktuellen Prozess dazu.

Die MotoGP-Erfahrung ist einzigartig. „Was man in der MotoGP erlebt, findet man nirgendwo sonst. Keine Maschine, keine Geste, keine körperliche Vorbereitung kann das wirklich replizieren“, betont Márquez. Die Strapazen sind enorm, selbst nach einem vielversprechenden Wintertraining kann man nach einem Besuch in Malaysia völlig erschöpft sein. „Es wird darauf ankommen, in den nächsten Rennen weiterzumachen und zu sehen, wo wir im nächsten Monat landen können.“

Und trotz aller Herausforderungen und Schmerzen zeigt Márquez unmissverständliche Entschlossenheit. „Mental bin ich bereit, diesen Prozess anzunehmen und zu versuchen, so gut wie möglich zu fahren. Ob wir es schaffen, ist eine andere Frage, aber mental werde ich alles dafür tun.“

Seine Karriere ist geprägt von Mut, Ehrgeiz und unermüdlicher Hingabe. Und Márquez fügt hinzu: „Das kann man mir niemand anlasten.“