Björn borg: wie tennis ihn vor dem abgrund bewahrte
Es ist eine Geschichte von Ruhm, Fall und Wiederaufstieg – erzählt von dem schwedischen Tennis-Superstar Björn Borg selbst. Der 69-Jährige blickt in einem neuen Interview auf seine dunklen Jahre zurück, in denen er mit Drogensucht kämpfte und dem Tod ins Auge sah. Doch wie er betont, war es letztendlich das Tennis, das ihn rettete.
Der preis des ruhms: ein leben im rampenlicht
Borgs Karriere war geradezu explosionsartig. In den frühen 1980er Jahren dominierte er die Tenniswelt und gewann elf Grand-Slam-Titel in kurzer Zeit. Doch der immense Druck und die ständige Aufmerksamkeit forderten ihren Tribut. „Ich schlief, trainierte, aß und spielte. Das war mein ganzes Leben“, erinnert sich Borg. „Ich verlor mehr und mehr die Lust, zog mich von Turnieren zurück.“ Nach der Niederlage gegen John McEnroe 1981 wusste er: „Es war vorbei. Alles war mir zu viel.“
Die neu gewonnene Freiheit führte ihn auf einen Pfad der Selbstzerstörung. Partys, zielloser Hedonismus und schließlich der Konsum von Kokain wurden zur Realität. Borg spricht offen über diese Zeit: „Ich schämte mich wie ein Hund.“ Er gesteht, dass er mehrfach dem Tod sehr nahe war, insbesondere Ende der 1980er Jahre in Italien und Mitte der 1990er Jahre in den Niederlanden. Die Erkenntnis, dass er ohne Hilfe sterben würde, war der Wendepunkt.

Rückkehr ins leben: tennis als anker
„Tennis rettete mich“, sagt Borg heute. Er kehrte auf die Seniors-Tour zurück, wo er einen geregelten Zeitplan und eine Struktur in seinem Leben fand. „Ich wollte einen Zeitplan haben. Etwas, an dem ich mich festhalten kann.“ Der Rückhalt zum Sport, der ihn einst ausgezeichnet hatte, gab ihm neuen Halt und ermöglichte den steinigen Weg zurück ins Leben.
Borgs autobiografisches Werk, das bald erscheinen wird, liefert einen tiefen Einblick in seine persönlichen Kämpfe und seinen Weg zur Genesung. Er lebt heute zurückgezogen auf Ibiza, wo er Harmonie und Frieden gefunden hat. Und während der Krebs im Jahr 2025 eine weitere Herausforderung darstellte, die er jedoch erfolgreich bewältigte, bleibt Borg ein Symbol für Resilienz und die transformative Kraft des Sports.
Die Tenniswelt blickt mit Respekt auf die Karriere des schwedischen Superstars. Borgs Geschichte ist eine Mahnung, dass selbst die größten Helden menschlich sind und auch mit ihren Dämonen kämpfen müssen – und dass es immer einen Weg zurück ins Licht gibt.
