Márquez knallt die 76. motogp-pole raus – und lässt acosta & co. alt aussehen
Marc Márquez hat wieder zugebissen. Mit einer 1:31.997 donnerte er auf dem brandneuen Balaton Park Circuit die 76. MotoGP-Pole seiner Karriere heraus – nur 97 Tausendstel vor Pedro Acosta, der sich die Zähne ausgebissen hat. Der Neunfach-Weltmeister feiert, die Konkurrenz schluckt.
Spanisches doppelglück in der ersten reihe
Neben den beiden Duellanten formiert sich hinten raus Fermín Aldeguer – ein komplett spanischer Frontblock, so rot wie die Tomatensaison in Murcia. Die Temperaturen spielen mit: 21 Grad Luft, 35 Grad Asphalt, keine Wolke am Himmel. Perfektes Jagdwetter.
Wer nicht jagt, fliegt. Álex Márquez und Johann Zarco mussten passen, für sie springen Iker Lecuona und Cal Crutchlow ein. Die Q1 wurde zur Beerdigung für einige große Namen.

Bagnaia hadert, razgatlioglu blitzt kurz auf
Francesco Bagnaia hasst dieses Layout wie eine schlechte Pizza. Trotzdem marschiert er in der Q1 voran, zieht Lecuona und Joan Mir im Windschatten mit. Doch Pecco bremst sich auf der Gegengeraden weg, die Szene zerbröselt. Wer hinten rausfährt, gewinnt.
Toprak Razgatlioglu, Superbike-Triple-Sieger hier, legt vor, doch Enea Bastianini und Mir antworten. Fabio Quartararo will nachsetzen, seine Yamaha tanzt Samba – runter in die Box, neue Gummis, neue Hoffnung. Luca Marini kehrt zuerst zurück, Alex Rins klebt im Slipstream.
Pecco schraubt im letzten Sektor eine Bestzeit, nur um Marini doch noch zu schlagen. Brad Binder legt sich in Kurve 2 ab, Gelb flattert, die Chance vertan. Am Ende schaffen es Bagnaia und Marini – der Rest schaut in die Röhre.

Falls, reifenwechsel, finale attacke
Q2, erste fliegende Runde: Márquez legt in Kurve 1 die GP26 hin, Fabio Di Giannantonio folgt. Beide rappeln sich auf. Acosta jagt Bagnaia, setzt sich an die Spitze. Jorge Martín klebt an Pedros Hinterrad, kommt aber nicht vorbei.
Márquez kehrt mit brutalem Tempo zurück, landet auf P2. Aldeguer, letztgestartet, schießt nach vorn. Acosta frischt die Reifen, rauscht wieder raus, drückt drei Zehntel raus. Marc antwortet mit einem Endsektor, der die Lautsprecher quietschen lässt: 97 Tausendstel Vorsprung. Game over.
Als Krönung nagelt Márquez nochmal sechs Tausendstel runter. Acosta schüttelt nur den Kopf. Zweite Reihe reicht dem Murcianer – die Pole gehört dem Mann aus Cervera. Nummer 76 in der Königsklasse, 104 insgesamt. Davide Tardozzi stemmt die Arme in die Luft, zwischen Jubel und Verzweiflung.
Am Sonntag rollt der Glockenturm von Balaton. Wer den Start verpennt, verpennt die Saison. Márquez hat jedenfalls schon mal das Startsignal gehört.
