Marquez jagt bestzeit – ducati-spitze verpasst, hungaroring brodelt

1‘38“626 – die Zahl, die Ducati-Chef Claudio Domenicali soeben mit einem finsteren Lächeln notierte. Marc Marquez hat am Balaton Park Circuit nicht nur die erste MotoGP-Freitagssitzung angeführt, er hat seiner werksseitigen Desmosedici auch gleich eine klare Botschaft mitgegeben: Ich bin wieder da. 169 Tausendstel hinter ihm folgt Raúl Fernández auf der Aprilia Trackhouse, 298 Tausendstel dahinter Pedro Acosta mit der KTM – erstaunlich stark in Szene gesetzt.

Ducati-duo verliert den anschluss

Was niemand erwartet hatte: Francesco Bagnaia, der amtierende Weltmeister, rangiert nur auf Platz sechs – hinter den beiden Gresini-Boliden von Fermín Aldeguer und Fabio Di Giannantonio. Die Trennung von 0,364 Sekunden klingt nach wenig, ist aber auf der 4,1 Kilometer langen Strecke am Plattensee eine Ewigkeit. Luca Marini auf der neuen Honda-Factory-Maschine folgt auf Rang acht, sein Rückstand beträgt bereits eine halbe Sekunde. Die italienischen Fans schweigen, die ungarischen dafür umso lauter.

Marco Bezzecchi, der WM-Spitzenreiter, schliddert auf Position neun – sieben Zehntel Rückstand, ein Warnschuss. Sein Teamkollege Jorge Martín verharrt auf Platz zwölf, Enea Bastianini und Franco Morbidelli haben sich auf den Rängen 16 und 18 verloren. Die Datenanalysten von Ducati zücken Stifte und Laptops, die Lautsprecher verkünden pünktlich 15:00 Uhr die Pre-Qualifying-Session.

Moto2 und moto3: gonzalez und almansa treffen früh

Moto2 und moto3: gonzalez und almansa treffen früh

In der mittleren Klasse setzt Manuel Gonzalez auf seiner Kalex die Messlatte mit 1‘41“068 – ein Vorsprung von 125 Tausendstel vor Kolumbianer David Alonso. Celestino Vietti landet als bester Italiener auf Rang drei, doch der sonst so sichere Tony Arbolino büßt über acht Zehntel ein und schlägt sich nur auf Position 16 herum.

In der Moto3 schlägt David Almansa (KTM) mit 1‘46“956 zu. Die beiden Landsleute Álvaro Carpe und David Muñoz folgen dicht auf, während Guido Pini als bester italienischer Pilot auf Platz neun rangiert – 0,714 Sekunden Rückstand, die Honda muss nachlegen.

Die Maschinen rollen zurück in die Boxengassen, Mechaniker schrauben, Ingenieure tippen, Fans filmen mit Handys. Um 15:00 Uhr wird der Asphalt wieder glühen. Marquez‘ Zeituhr tickt laut, doch die Konkurrenten ticken noch lauter.