Márquez: "ich bin nicht marc márquez, wenn ich mich damit zufrieden gebe"
Assen – Marc Márquez hat im niederländischen GP der MotoGP ein frustrierendes siebtes Platz belegt. Doch der Honda-Pilot nahm das Ergebnis, wenn auch mit einem Achselzucken, an: Unversehrt durch das Wochenende zu kommen, hatte oberste Priorität. Die Strecke in Assen ist für Márquez bekanntlich ein Risikobereich, und er betonte, dass er lieber ohne Verletzungen davonkomme, als einen weiteren Sturz hinzunehmen.
Die strategie: schonen und überleben
"Es war mehr eine Frage des Schonen als ein Kampf“, erklärte Márquez nach dem Rennen. Er fuhr ein ruhiges, feines Rennen, um Kraft zu sparen und das Ziel zu erreichen, ohne zusätzliche Verletzungen davonzutragen. Der Einsatz des weichen Reifens hinten war Teil dieser Strategie: "Ich kann den Reifen nicht über die gesamte Distanz ausreizen. Ich habe die Option gewählt, mit der ich einzelne Runden besser kontrollieren konnte.“
Hinter ihm beendete sein Bruder Alex Márquez das Rennen. Márquez lobte dessen konstante Leistung und betonte, dass Alex sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert habe. "Mein Bruder ist ein Weltmeister und ein sehr guter Fahrer. Er hat sich dieses Wochenende sehr gut dosiert“, so Márquez.
Ein riskantes Wochenende: Márquez äußerte sich auch zu den Problemen mit dem Kies am Streckenrand, die er bereits im Vorjahr kritisiert hatte. Nach Stürzen anderer Fahrer, wie Bezzecchi, wurde ihm deutlich, wie gefährlich die Situation sein kann. "Ich wollte hier ohne Verletzungen wegkommen. Das war mein Ziel.“

Der zwischenfall mit di giannantonio: „ich akzeptiere und fahre weiter“
Ein umstrittener Moment im Rennen war der Kontakt mit Fabio Di Giannantonio. Die Rennleitung wertete den Vorfall als „race incident“ und verzichtete auf eine Strafe. Márquez kommentierte die Situation kurz und bündig: „Ich akzeptiere die Entscheidung der Rennleitung und fahre weiter.“
Die Konkurrenz schläft nicht. Márquez weiß, dass er in der Weltmeisterschaft gefordert ist. "Es sind viele Kandidaten um den Titel. Es gibt keinen klaren Favoriten.“ Besonders Jorge Martín, der die Führung übernommen hat, Ogura und auch Bezzecchi, obwohl er im Rennen gestürzt ist, stellen eine ernsthafte Bedrohung dar.
Márquez' Körperliche Verfassung spielt eine immer größere Rolle. "Ich muss in den kommenden Rennen verstehen, wie ich mich weiterentwickle. Ich merke, dass ich stärker von meinem Körper beeinflusst werde. Auf Strecken, die mir Spaß machen, werde ich das genießen; auf solchen, auf denen ich leide, werde ich einen Gang zurückschalten.“
Ob der Druck aus Deutschland ihn stärker motiviert oder eher belastet, bleibt abzuwarten. Während Bezzecchi in Assen scheiterte, hat Márquez ein klares Ziel vor Augen: „Ich bin nicht Marc Márquez, wenn ich mich damit zufrieden gebe.“
