Marleen schimmer stoppt leipzig-exodus und schlägt neue offensiv-zeit ein

Marleen Schimmer bleibt. Statt wie Giovanna Hoffmann und Vanessa Fudalla ablösefrei zu verschwinden, hat die 25-Jährige beim Frauen-Bundesligisten RB Leipzig vorzeitig bis 2028 unterschrieben. Die Botschaft: Leipzig will künftig seine Torschützen nicht mehr verschenken.

Leipzigs offensiv-notstand war schimmers chance

Als Hoffmann im April ihren Wechsel zu VfL Wolfsburg 2026 verkündete, rutschte Leipzig in eine Identitätskrise. Wer soll Tore schießen, wenn die Top-Scorerin fehlt? Die Antwort lieferte Schimmer – und wie. Nach ihrer Sprunggelenk-Operation feierte sie Mitte Februar ein Comeback, das in Zahlen glänzt: vier Treffer, eine Vorlage in fünf Partien, nur einmal 90 Minuten auf dem Platz. Die Quote ist brutaler als jede Transfer-Bilanz.

Trainer Jonas Stephan spricht von „Phänomenal-Momenten“, Sportchefin Viola Odebrecht nennt sie „Differenzspielerin“. Gemeint ist dieselbe Frau, die vor zwei Jahren noch als Jokerin durch die Gegner lief und jetzt den Anspruch hat, Hoffmanns Tor-Lücke zu schließen. Ihre Treffer gegen Nürnberg und Union Berlin waren kleine Kunstwerke: Innen ziehen, lange Ecke, Keeperin ohne Chance.

Vertrauen statt ablöse-klau

Vertrauen statt ablöse-klau

Schimmer selbst nennt das „Vertrauen des Trainers“ als Hauptgrund. Das klingt nach Standard-Antwort, meint aber: Leipzig setzt auf Kontinuität statt auf neues Top-Talent-Gehamster. Mit dem Verbleib der Nationalstürmerin verhindert der Klub, dass 2027 wieder ein Offensiv-Star null Uhr ablösefrei davonläuft. Die Summe der Ablöse, die Leipzig 2025 und 2026 entgeht, dürfte sich auf mittleren einstelligen Millionenbereich summieren – genug, um Gehälter für zwei Leistungsträger zu finanzieren.

Die Verlängerung ist auch ein Seitenhieb auf die Konkurrenz: Leverkusen und Wolfsburg dürfen künftig nicht mehr tatenlos auf Leipzigs Torjägerinnen warten. Stattdessen muss sich Leipzig neue Einnahmequellen erschließen – und zwar durch sportliche Erfolge, nicht durch Personal-Abgänge.

Schimmers Handschrift ist bereits sichtbar: In den fünf Spielen seit ihrer Rückkehr holte Leipzig zehn Punkte, kletterte auf Rang fünf. Die Rest-Saison wird zeigen, ob diese Punkteausbeute reicht, um die internationale Rechnung zu wahren. Eines steht fest: Ohne Schimmers Dynamik wäre Leipzig längst im Mittelmaß versunken.