Marinko matosevic: vier jahre tennis-märchen wegen blutdoping
Marinko Matosevic darf bis 2030 keinen Ball mehr berühren – weder als Spieler, noch als Coach. Die ITIA verhängte gegen den Australier eine Vierjahres-Sperre und strich sämtliche Resultate und Preisgelder aus zwei Challenger-Turnieren im Februar 2018.
Five strikes and you’re out
Die Anklage liest sich wie ein Lehrbuch für Betrug: Blutdoping während seiner eigenen Karriere, Anstiftung eines Kollegen zum gleichen Vergehen, Beratung anderer Profis zur Umgehung von Kontrollen, Besitz und Anwendung verbotener Substanzen. Die fünf Verstöße zwischen 2018 und 2020 sind längst nicht mehr „Einzelfälle“ – sie zeichnen ein System.
Matosevic reagierte mit dem typischen Reflex des Erschöpften: Er lehnte alles ab, dann doch halb, dann laut. „Das Verfahren ist korrupt“, wetterte er gegen die ITIA, „die Beweise lächerlich.“ Doch die Beweise reichten, um ihn vier Jahre vom Court zu verbannen – ein Lebensabschnitt, der ihn als 39-Jährigen wohl endgültig aus dem Zirkus katapultiert.

Die karriere war ohnehin ein krawall
Die meisten erinnern sich nicht an seine Bestmarke (ATP 39 im Juni 2013), sondern an die Szene in Monte Carlo, als er Rafael Nadals akribisch ausgerichtete Wasserflaschen umtreten musste. Nadal lachte – und zerstörte ihn anschließend 6:1, 6:2. Die Symbolik passt: Matosevic spielte nie mit, er spielte dagegen. Jetzt ist das Spiel endgültig aus.
