Marín: der abschied vom badminton – und der blick nach vorn
Carolina Marín, die unumstrittene Königin des Badmintons, hat ihren Rücktritt verkündet. Nach einer Karriere voller Triumphe und schmerzhafter Rückschläge, die sie an die Spitze der Weltsporthierarchie katapultierte, wendet sich die spanische Championin nun einem neuen Kapitel zu. Doch der Abschied fiel ihr sichtlich schwer.
Die entscheidung reifte in huelva
Die Entscheidung, die Raquette an den Nagel zu hängen, sei nicht über Nacht gefallen, erklärt Marín in einem exklusiven Interview. Vielmehr sei sie das Ergebnis eines langen Prozesses, geprägt von der Reaktion ihrer Kniegelenke nach den zahlreichen Verletzungen. „Ich habe es bis zum letzten Moment versucht“, gesteht sie. „Es war eine sehr komplizierte, aber gleichzeitig auch sehr ruhige Entscheidung.“ Der Rückzug in ihre Heimat Huelva, die Zeit mit ihrer Familie und die Reflexion über ihre Karriere halfen ihr, die richtige Wahl zu treffen.

Ein vermächtnis, das weiterleben soll
Marín ist sich bewusst, dass ihr Vermächtnis nicht einfach so erhalten bleibt. Sie wünscht sich, dass das Badminton in Spanien weiterhin eine wichtige Rolle spielt und dass junge Talente gefördert werden. „Ich möchte sicherstellen, dass mein Vermächtnis nicht verloren geht und dass in Spanien weiterhin über Badminton gesprochen wird“, betont sie. Die Idee einer eigenen Badmintonakademie in Spanien ist bereits in Planung – ein Zeichen ihres unermüdlichen Engagements für ihren Sport.

Die „locuras“ des trainers: torniquets und atemarbeit
Ein entscheidender Faktor für ihren Erfolg war zweifellos die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Fernando Rivas. Die beiden haben gemeinsam Trainingsmethoden entwickelt, die an die Grenzen des Machbaren gehen. „Selbst nach drei schweren Knieverletzungen verwende ich immer noch die Torniquets“, enthüllt Marín. „Als ich sie zum ersten Mal anlegte, dachte ich, das sei eine Verrücktheit!“, lacht sie. Auch die Trainings im Zustand der Hypoxie, bei denen sie ohne Luft geatmet hat, gehörten zu den ungewöhnlichen Methoden, die Rivas einsetzte, um Marín zu Höchstleistungen zu motivieren. „Ich habe ihm immer vertraut. Ich wusste, dass er mich an meine Grenzen bringt.“

Mehr als nur ein sieg: die werte der kämpferin
Marín blickt auf eine Karriere zurück, die von zahlreichen Triumphen geprägt war: olympischer Goldgewinn, dreifache Weltmeisterin, achtmalige Europameisterin. Doch für sie geht es um mehr als nur um Siege. „Ich möchte als eine gute Person in Erinnerung bleiben, sowohl als Sportlerin auf dem Platz als auch außerhalb davon“, sagt sie. Die Werte, die sie von ihrer Abuela geerbt hat – vor allem die Demut – haben ihr stets wichtig gelegen. „Ich bin stolz darauf, aus Huelva zu kommen und habe nie vergessen, woher ich komme.“
Der Abschied von der aktiven Karriere ist schmerzhaft, aber Marín blickt optimistisch in die Zukunft. Sie möchte Zeit mit ihrer Familie verbringen, sich neuen Herausforderungen stellen und das Badminton in Spanien weiter vorantreiben. Denn eines ist klar: Carolina Marín wird auch ohne Raquette eine prägende Figur im spanischen Sport bleiben.
