Marco reus schießt la galaxy mit freistoß-pracht und elfmeter zum sieg
Marco Reus lässt Los Angeles wieder jubeln. Der 36-Jährige erinnert mit zwei späten Treffern daran, warum die Galaxy einst große Summen für ihn locker machte. Erst zirkelt er einen Ball aus 18 Metern perfekt ins Kreuzeck, dann verwandelt er einen Foulelfmeter – 2:1 gegen Real Salt Lake, Saison-Tore Nummer drei und vier.
Vanney nennt ihn „den kreativen, der den raum sieht“
Trainer Greg Vanney braucht keine großen Worte. „Die anderen Jungs sind unsere Kämpfer, aber Marco ist der Kreative. Er betrachtet das Spiel aus einem anderen Blickwinkel“, sagt er nach Abpfiff. „Er bringt etwas mit, was sonst niemand auf dem Feld hat.“ Vanneys Einschätzung passt zum Bild, das sich in der MLS zeichnet: Reus bewegt sich weniger, denkt aber mehr. Jede seiner 59 Ballkontakte wirkt wie ein Schachzug.
Das 1:0 nach neun Minuten ist ein Lehrstück. Kein Anlauf, keine Show – nur Konzentration. „Einfach nur Training“, sagt Reus später zu Apple TV und schulterzuckt fast entschuldigend. Dabei war der Freistoß ein kleines Meisterwerk: Schräg rechts vor dem Strafraum, drei Schritte, Innenrist, der Ball segelt über die Mauer, senkt sich, trifft – unhaltbar.
Salt Lake antwortet mit viel Lauf, aber wenig Idee. Kurz vor der Pause besorgt ein Eigentor von Galaxy-Keeper JT Marcinkowski den Ausgleich. Die Gäste jubeln, das Banc of California Stadium verstummt. Doch Reus bleibt kühl. In der 85. Minute fällt Jungstar Diego Luna Riqui Pugh um – Elfmeter. Reus übernimmt, schiebt locker ein. 2:1, drei Punkte, Saison gerettet.

Die galaxy hängt in der western conference fest
Die Tabelle lügt nicht: zwölf Zähler aus zehn Spielen, Platz zehn, nur dank der besseren Tordifferenz über der roten Linie. Vancouver, Zweiter mit 24 Punkten, ist bereits eine Galaxie entfernt. „Der Schlüssel war, nicht aufzugeben“, sagt Reus. Es klingt wie ein Standard-Satz, aber bei der Galaxy stimmt er. Ohne seine beiden Tore stünde LA heute auf Platz 13.
Für Reus persönlich ist es ein Befreiungsschlag. Nach sieben sieglosen Spielen in Folge drohte die Debatte über sein Gehalt von 1,8 Millionen Dollar jährlich laut zu werden. Jetzt schweigen die Zweifler – erst einmal. Die Galaxy reist am Wochenende nach San Jose, dann kommt St. Louis. Erst im Juli folgt das große Duell gegen Lionel Messi und Inter Miami.
Die Uhr tickt. Reus wird 37 im November, seine Knie haben schon bessere Tage gesehen. Doch solange er Bälle so versenkt, bleibt er unverzichtbar. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagt er. Los Angeles ist stolz auf ihn. Und die Playoffs rücken ein kleines Stück näher.
