Führerschein in kolumbien: neuer test bringt wende!

Ende der leichten Beute: Ab 2026 wird es in Kolumbien deutlich schwerer, einen Führerschein zu erlangen. Das kolumbianische Verkehrsministerium krempelt das System komplett um, um die alarmierend hohe Zahl an Verkehrsunfällen zu senken. Eine drastische Maßnahme: Die traditionelle Doppelrolle der Fahrschulen ist Geschichte.

Die abschaffung des 'all-inclusive'-pakets

Bisher boten Automobilschulen (CEA) sowohl den Unterricht als auch die Prüfungen an – ein offenkundiger Interessenkonflikt. Nun werden die CEAs auf die Ausbildung beschränkt, während unabhängige Bewertungszentren, die sogenannten CALE, für die eigentliche Prüfung zuständig sind. Das ist ein echter Tabubruch in der kolumbianischen Führerschein-Landschaft.

Was bedeutet das für Sie? Der theoretische Test hat sich grundlegend gewandelt. Statt reinen Faktenwissensabfragen liegt der Fokus nun auf der Fahrattitüde und dem Verhalten im Straßenverkehr. 12 Fragen zielen direkt auf die Verkehrsethik ab, während die verbleibenden 28 Fragen das Regelwerk, die Beschilderung und die grundlegende Fahrzeugtechnik abdecken. Und das Beste: Bei einem Fehlversuch gibt es innerhalb von 10 Tagen eine kostenlose Wiederholung.

Die neue, zweistufige praxisprüfung

Die neue, zweistufige praxisprüfung

Die praktische Prüfung ist ebenfalls eine Überraschung. Die Zeiten der kurzen Einfuhrprobe um den Block sind vorbei. Stattdessen müssen Kandidaten zwei aufeinanderfolgende Phasen meistern. In Phase A wird die Fahrzeugbeherrschung auf einem geschlossenen Übungsplatz demonstriert – präzises Anfahren und Bremsen, Parkmanöver unter verschiedenen Bedingungen und die korrekte Nutzung von Licht und Blinkern stehen im Vordergrund. Nur wer hier überzeugt, darf in Phase B an den realen Straßenverkehr herangeführt werden. Hier werden dann das Verhalten an Ampeln, der Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern und Fußgängern sowie die Fähigkeit, auf unerwartete Situationen zu reagieren, bewertet.

Die kostenfrage: wird

Die kostenfrage: wird's teurer?

Ja, die Unabhängigkeit der Prüfung schlägt auf den Geldbeutel. Die Kosten für Führerschein B1 steigen voraussichtlich auf 2,3 bis 2,5 Millionen Pesos. Das beinhaltet den Fahrschulkurs (1,2 bis 1,8 Millionen Pesos), die Prüfungsgebühren beim CALE (ca. 660.000 Pesos), den medizinischen Check (ca. 220.000 Pesos) und die Gebühren für die Zulassung (ca. 330.000 Pesos) plus Anmeldegebühren.

Der weg zum führerschein ab 2026: schritt für schritt

Wer in diesem Jahr seinen Führerschein machen möchte, sollte sich an folgenden Schritten orientieren: Zunächst die Anmeldung beim RUNT (Registraduría Nacional de Tránsito). Anschließend der psychometrische Test in einem CRC (Centro de Reconocimiento de Conductores). Danach der obligatorische Fahrschulkurs, der biometrisch erfasst wird. Erst danach folgt die Prüfung beim CALE, nachdem die Fahrschule das Abschlusszertifikat hochgeladen hat. Zuletzt die Abholung des Führerscheins bei der zuständigen Verkehrsbehörde.

Die Reform ist ein deutliches Signal: Kolumbien nimmt die Verkehrssicherheit ernst. Ob diese drastischen Maßnahmen tatsächlich zu einer Reduzierung der Unfälle führen werden, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Das Erhalten eines Führerscheins wird in Zukunft eine echte Herausforderung sein – und das ist auch gut so. Die Sicherheit auf den Straßen Kolumbiens darf eben nicht durch ein leichtfertiges Verfahren gefährdet werden.