Marathon-sensation sawe: unter 2 stunden – und ein bruder kämpft gegen alzheimer!

Sebastian Sawe hat mit einer Sensation für Aufsehen gesorgt: Der kenianische Langstreckenläufer knackte bei einem Marathon die Zwei-Stunden-Marke und übertraf damit alle Erwartungen. Doch während die Sportwelt von seiner Leistung sprach, spielte sich eine ebenso berührende, wenn auch weniger prunkvolle Geschichte im Hintergrund ab: Die Geschichte der Brüder Jordan und Cian Thomas, die einen Marathon mit einem ungewöhnlichen Gewicht auf dem Rücken liefen – und eine wichtige Botschaft vermitteln wollten.

Ein marathon, ein kühlschrank, eine mission

Jordan Adams, der kurz nach dem Zieleinlauf äußerte: „Wir wollten 32 Marathons in 32 Tagen laufen, aber den London-Marathon nutzen, um unsere Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ Er und sein Bruder Cian trugen dabei einen Kühlschrank mit 25 Kilogramm Gewicht mit sich herum – eine symbolische Last, die sie auf sich nahmen, um auf Alzheimer-Krankheit aufmerksam zu machen und Spenden für Alzheimer's Research UK zu sammeln. Die persönliche Tragödie der Familie Thomas steht dabei im Zentrum: Mehrere Familienmitglieder, darunter auch ihre Mutter Geraldine, sind an Demenz erkrankt. Beide Brüder tragen ein Gen in sich, das eine 99-prozentige Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung der Krankheit birgt.

„Wenn es nötig ist, einen Marathon mit einem Kühlschrank auf dem Rücken zu laufen, dann werde ich es tun – für jede Familie, die von Demenz heimgesucht wird“, erklärte Jordan bewegt. Seine Worte sind ein Spiegelbild der Entschlossenheit, mit der er und sein Bruder gegen das Schicksal kämpfen. Der 15-jährige Jordan erinnerte sich an die Zeit, als er als Kind oft weinend ins Bett ging, weil seine Mutter „vom Leben weggenommen wurde“. Heute, so Jordan, lächelt sie.

Die zeit drängt: eine familiengeschichte und ein wettlauf mit der zeit

Die zeit drängt: eine familiengeschichte und ein wettlauf mit der zeit

„Wir könnten Symptome zwischen 40 und 50 Jahren bekommen“, so Jordan, der kurz vor seinem 31. Geburtstag steht, während sein Bruder Cian 26 Jahre alt wird. „Unsere Perspektive auf das Leben hat sich enorm verändert, als wir in unseren frühen Zwanzigern mit der Möglichkeit der eigenen Erkrankung konfrontiert wurden.“ Sie weigern sich, ein Leben zu akzeptieren, in dem sie bereits mit 40 Jahren Lebensqualität einbüßen müssen.

Der Kühlschrank, den die Brüder mit sich trugen, symbolisiert die unsichtbare Last, die sie und ihr Bruder täglich tragen. Bisher haben sie beeindruckende 800.000 Pfund (nach dem London-Marathon) gesammelt und wollen die Millionen-Marke knacken. Die Diagnose Demenz frontotemporaler Typ bei ihrer Mutter Geraldine fiel 2010 im Alter von nur 47 Jahren. Seitdem kämpfen sie unermüdlich für Aufklärung und Forschung. Jordan erinnert daran: „Wir haben acht oder neun Jahre gebraucht, um diese Geschichte zu erzählen, und endlich scheint sie beim Publikum anzukommen.“

Nach dem London-Marathon absolvierte Jordan am Montag den zweiten von insgesamt 32 aufeinanderfolgenden Marathons in Artim, Irland. „Wir sind hier, um 12 Familienmitglieder zu ehren, die an Demenz frontotemporaler Typ gestorben sind – alle irische Staatsbürger“, erklärte er der BBC. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten 31 Tagen die Unterstützung einer ganzen Nation gewinnen können, um zu zeigen, dass Demenz nicht nur Gedächtnisverlust ist und auch keine natürliche Folge des Alterns. Wir akzeptieren nicht, dass wir bereits mit 40 Jahren anfangen sollten, unser Leben zu verlieren – und wir haben die Möglichkeit, das gemeinsam zu ändern.“

Die Geschichte der Thomas-Brüder ist ein Appell an die Menschlichkeit, ein Mahnmal gegen die Vergänglichkeit und ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man mit Mut und Entschlossenheit gegen das Unvermeidliche ankämpfen kann. Ihre Leistung beim London-Marathon geht weit über die sportliche Leistung hinaus – sie ist ein Sieg des menschlichen Geistes.