Marathon-as korir fliegt raus: doping mit cera kostet ihn fünf jahre

Albert Korir, fünfmaliger Podestplatzierter beim New-York-City-Marathon, muss für fünf Jahre die Laufschuhe an den Nagel hängen. Die Athletik-Integrity-Unit (AIU) verhängte am Freitag die Sperre, nachdem der Kenianer bei drei Trainings-Kontrollen im Oktober CERA – eine besonders raffinierte EPO-Variante – nachgewiesen wurde. Die Uhr tickt seit dem 8. Januar 2025; bis 7. Januar 2031 darf er keinen offiziellen Wettkampf mehr bestreiten.

Die proben fallen auf den oktober-termin

3., 13., 21. Oktober – an diesen Tagen nahmen Tester außerhalb jeglicher Veranstaltung Blut ab. Alle drei Proben enthielten Continuous Erythropoietin Receptor Activator, kurz CERA. Das Mittel treibt die rote Blutzelle in die Höhe und damit die Sauerstoffkapazität; auf der WADA-Liste steht es seit Jahren unter „S1: Hormone und verwandte Stoffe“. Für die AIU war die Beweiskette klar: kein Versehen, keine Kontamination – vorsätzlicher Betrug. Korir hatte sich seit dem 12. Januar in vorläufiger Haft, nun wird daraus eine Vollstrafe. Sollte er Berufung einlegen, dürfte das Verfahren vor dem Internationalen Sportgericht schwer verlaufen; die B-Proben bestätigten die A-Analysen laut AI-Bericht „uneingeschränkt“.

Die Konsequenzen sind brutal: jegliches Resultat, das er nach dem 3. Oktober 2025 erzielt, ist annulliert – mithin auch sein dritter Rang beim NYC-Marathon am 2. November. Die Organisatoren müssen das offizielle Protokoll umschreiben, die Preisgelder zurückfordern. Für einen Läufer, der 2022 noch mit 2:08:03 den Central-Park-Kurs beherrschte, ist das ein Imageschaden, der kaum wieder zu kitten ist.

Französin lazraq-khlass folgt auf der abschussliste

Französin lazraq-khlass folgt auf der abschussliste

Nur wenig später veröffentlichte die AIU die nächste Hiobsbotschaft: Auriana Lazraq-Khlass, Frankreichs neue Mehrkampf-Hoffnung, wurde vorläufig suspendiert, weil sie innerhalb von zwölf Monaten drei Doping-Kontrollen ausließ. Die 26-Jährige wohnt in Metz, trainiert in Font-Romeu – und galt nach Silber bei der EM 2024 in Rom mit 6.635 Punkten als aussichtsreichste Konkurrentin für Nafi Thiam. Wer drei Mal in der sogenannten Whereabouts-Frist nicht auffindbar ist, muss mit einer zwei Jahres Sperre rechnen; die AIU betont, dass „kein Athlet über dem Gesetz steht, erst recht nicht Medaillenkandidaten“.

Lazraq-Khlass‘ Achillesferse war schon zuletzt ihr Fuß: eine Achillessehnen-Inflammation verhinderte den Start bei der Hallen-WM in Torun. Nun droht ihr der Ausstieg aus dem Pariser Olympia-Zyklus 2028, bevor er richtig begann.

Die zahl, die bleibt: 1.826 tage sperre für korir

Die zahl, die bleibt: 1.826 tage sperre für korir

1.826 – so viele Tage muss Korir pausieren, fünf Jahre, ein Marathonleben lang. Sein Manager ließ über die Agentur „ProRun“ verlauten, man prüfe „alle juristischen Schritte“, doch Experten halten eine erfolgreiche Revision für illusorisch. Mit 37 Jahren nach Rückkehr wird sich das professionelle Feld längst neu sortiert haben. Die Karriere des Kenianers, der aus dem Hochland von Eldoret stammt und seine ersten Dollars als Milchfahrer verdiente, steht auf der Kippe. Die AIU hat ihren Job gemacht – und liefert damit das nächste Exempel für ein Sportsystem, das seine Sauberkeit unter Beweis stellen muss, koste es, was es wolle.