Mandiraci zerstört modena mit 22 punkten – piacenza jetzt gegen perugia

Efe Mandiraci schlug neun Asse und schlug auch noch den letzten Ball: Mit 22 Punkten schraubte der Türke Piacenza in die Play-off-Halbfinale und schickt Modena vor eigenem Publikum in die Sommerpause. 3:1 hieß es am Ende im ausverkauften PalaPanzi, und damit steht fest: Erstens zieht Gas Sales Bluenergy bereits zum dritten Mal in vier Jahren unter die letzten Vier ein, zweitens trifft die Mannschaft von Fabio Boninfante am 6. April um 17.30 Uhr in Umbria auf Sir Susa Vim Perugia.

Der tiebreak blieb diesmal der gegner – und das war gut so

Die Serie war bisher ein Krimi: Drei der vier Vorrundenpartien gingen über fünf Sätze, zwei davon endeten mit knapp 20 Punkten Differenz im Tiebreak. Heute brauchte Piacenza nur vier Sätze, weil Mandiraci schon im ersten Durchgang mit seinem Sprungaufschlag die Linien riss und Modena auf 18 Punkte drückte. Danach war die Luft raus aus der Halle, in der Gelb-Schwarz normalerweise tobt.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den drei gewonnen Sätzen ließen die Gäste die Emilianer nie über die 20-Punkte-Marke schießen. Dabei hätte Modena durchaus Chancen gehabt: Die Mitte um Mati und Sanguinetti attackierte mit 88 Prozent Erfolgsquote, doch hinten brachte keiner der Libero die Bälle sauber in die Mitte. „Wir haben den Takt verloren, sobald Mandiraci aufsprang“, gestand Trainer Alberto Giuliani, dessen Team nun vier Jahre in Folge das Halbfinale verpasst.

Galassi kehrt zurück – und trifft direkt

Galassi kehrt zurück – und trifft direkt

Was die Ränge am lautesten werden ließ, war kein Punktgewinn, sondern der Einwechsel von Gianluca Galassi. Der Center hatte erst vor wenigen Wochen seine zweite Operation wegen eines Hodenkarzinoms hinter sich. Drei Angriffsversuche, drei Punkte, dazu ein Block – mehr kann ein Comeback nicht bieten. „Ich wollte nur meinen Teil beitragen, nicht mehr“, sagte Galassi, während die Fans „G-LA!“ skandierten und sich dabei gegenseitig die Augen abwischten.

Für Boninfante ist die Rechnung einfach: Mit dem Sieg ist nicht nur das Halbfinale gebucht, sondern auch ein Platz in einem der beiden europäischen Top-Wettbewerbe – ob Champions League oder CEV Cup, entscheidet sich gegen Perugia. Die haben mit Wilfredo León ihren eigenen Türken, nur dass der eine Kuba-Pass im Gepäck hat. Das Duell dürfte mindestens so laut werden wie heute in Modena, nur dass diesmal niemand Mandiraci’ s Aufschlag unterschätzen wird.

Piacenza hat gezeigt, dass man auch ohne Tiebreak gewinnen kann. Die Frage ist nun: Reicht der Schwung für einen Finals-Ticket? Die Antwort fällt in gut einer Woche – und sie fällt laut.