Mancini in der schusslinie: eskalation im golfstaat
Roberto Mancini, der ehemalige italienische Nationaltrainer, erlebte eine Nacht voller Angst in Doha. Nach dem iranischen Angriff auf Israel und die darauffolgenden Vergeltungsmaßnahmen, die auch katarisches Territorium erreichten, sah sich Mancini in der unmittelbaren Nähe von Explosionen wieder.

Die angst eines trainers im kriegsgebiet
"Meine Mutter hat angerufen, sie war besorgt. Ich habe ihr gesagt, sie soll ruhig bleiben. Zumindest im Moment", berichtete Mancini. Er befand sich während der Angriffe in einer Kirche, als sein Mobiltelefon mit arabischen Warnmeldungen aufleuchtete. Kurz darauf begannen die Explosionen. Die Lage im Golfraum sei angespannt gewesen, ein großer Truppenaufmarsch habe die Befürchtung geweckt, dass etwas passieren könnte. Diplomatische Bemühungen hätten die Situation entschärfen sollen, so Mancini, der nun beim Al Sadd SC in Katar arbeitet.
Die Situation eskalierte, nachdem der Iran nach den israelischen und US-amerikanischen Angriffen Ziele in der Region angriff, darunter auch den Katar. Mancini beschrieb die beklemmende Atmosphäre: "Es fing an, das Alarmsignal meines Handys zu klingeln, der Text war auf Arabisch. Es kamen fünf oder sechs Nachrichten an. Kurz darauf begannen die Explosionen. Wir waren in der Kirche, als die Warnungen eintrafen. Sie sagten, wir sollten sofort nach Hause gehen und uns dort aufhalten.".
Auf Instagram teilte Mancini ein Video von den Explosionen in der Nähe seines Wohnorts und kommentierte: "Eine der Explosionen, die ich von zu Hause aus gehört habe". Die Lage bleibt angespannt, und die Zukunft der Fußballliga in Katar, in der Mancini nun tätig ist, ist ungewiss. Die Sicherheit von Spielern und Trainern hat oberste Priorität, aber die politische Lage wirft einen langen Schatten auf den Sport.
Auch andere italienische Sportteams sind betroffen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten befinden sich die Volleyballmannschaften Cuneo und Cisterna, die ebenfalls unter den Auswirkungen der Eskalation leiden. Die Frau eines Spielers von Cuneo hat bereits besorgte Nachrichten auf Facebook gepostet.
Mancini, der mit Italien 2021 die Europameisterschaft gewann, befindet sich nun inmitten eines geopolitischen Konflikts wieder. Seine Worte zeichnen ein beunruhigendes Bild einer Region, die am Rande des Abgrunds steht. Die Hoffnung auf eine Deeskalation und eine friedliche Lösung ist groß, aber die Realität ist düster. Der Sport, so viel steht fest, wird in dieser Krise eine Nebenrolle spielen.
