Schlamassel beim italienischen fußballverband: staatsanwaltschaft hört top-funktionäre aus!

Mailand – Der italienische Fußball steht Kopf. Im Zuge der laufenden Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft wegen Manipulationen im Schiedsrichterwesen werden nun auch hochrangige Funktionäre befragt. Ein dunkler Schatten liegt über dem italienischen Fußball, der schon so manchen Skandal erlebt hat. Die Frage, wie tief die Verstrickungen wirklich gehen, beschäftigt das ganze Land.

Neuer schiedsrichterchef und inter-manager im fokus

Neuer schiedsrichterchef und inter-manager im fokus

Neben dem bereits befragten Schiedsrichter-Vorstand, Rocchi, stehen nun Dino Tommasi, der neue Designator, und Giorgio Schenone, der sogenannte Referee Manager von Inter Mailand, vor den Ermittlern. Beide wurden als Zeugen geladen, doch die Atmosphäre ist angespannt. Es geht um Gespräche, die sie mit Rocchi geführt haben – und um die Natur dieser Gespräche. Die Staatsanwaltschaft will herausfinden, ob es Versuche gab, Schiedsrichterentscheidungen zu beeinflussen.

Die Ermittlungen, geleitet von Staatsanwalt Ascione, weiten ihren Suchbereich stetig aus. Zunächst wurden nur Personen aus dem direkten Umfeld der Schiedsrichter befragt. Nun werden auch Vertreter von Vereinen und weitere Schlüsselfiguren ins Boot geholt. Pinzani und Butti, ebenfalls Schiedsrichter, waren bereits im Visier der Ermittler. Die Verhöre sollen nun Licht darauf werfen, inwieweit die Vereine in die Vorgänge involviert waren.

Tommasi, der seit 2023 Rocchis rechte Hand war und zudem als Experte in der Sendung „Open Var“ mitwirkte, wird besonders intensiv unter die Lupe genommen. Sein Wissen über die internen Abläufe und die Kommunikation zwischen Schiedsrichtern und Videoassistenten könnte entscheidende Hinweise liefern. Schenone, der als Ansprechpartner für Schiedsrichterfragen bei Inter Mailand agiert, steht für die Frage, wo die Grenze zwischen legitimer Kritik und unzulässigem Einfluss auf die Schiedsrichterentscheidungen verläuft.

Ein zentraler Punkt der Ermittlungen ist die umstrittene Interaktion zwischen Rocchi und Gervasoni, bei der Schenones Name fallen gelassen wurde. Auch ein Treffen in San Siro am 2. April steht im Raum, dessen Teilnehmer und Inhalt noch unklar sind. Die Staatsanwaltschaft hofft, durch die Verhöre das Puzzle zusammenzusetzen und die komplexen Zusammenhänge aufzudecken.

Die Affäre wirft einen langen Schatten auf den italienischen Fußball. Vertrauen ist eine zerbrechliche Ressource, und der aktuelle Skandal droht, das Fundament des Sports nachhaltig zu erschüttern. Bleibt abzuwarten, ob die Ermittlungen die Verantwortlichen überführen und den italienischen Fußball von diesem dunklen Kapitel befreien können.