Maly bricht nach petzold-sperre mit desg: wm-aus in solidarität
Felix Maly schlägt zurück. Der Olympia-Teamkamerad von Fridtjof Petzold verzichtet auf die Mehrkampf-WM in Heerenveen – und schickt der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) eine handfeste Absage. „Ich werde eine Nominierung nicht annehmen“, sagte Maly am Dienstag knapp, aber deutlich.
Der protest, der unter die haut geht
Hinter dem Verzicht steckt ein Prinzipienstreit. Petzold hatte während der Spiele in Cortina offen über Mängel in Betreuung und Förderung geklagt – und prompt ein vorläufiges Startverbot kassiert. Sein Bundeskader-Status ruht, ein Disziplinarverfahren schwebt. Für Maly ein Unding: „Öffentliche Kritik darf nicht automatisch zu sportlichen Sanktionen führen.“
Der 25-Jährige aus Erfurt nutzt die einzige Sprache, die Verbände verstehen: den Verzicht auf Startgelder, Medaillen und TV-Präsenz. „Wir sind auf faire, transparente und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen“, betont er. Die DESG schweigt bislang zu dem offenen Aufstand aus dem eigenen Kader.

Ein präzedenzfall mit nachhall
Mit seinem Boykott zieht Maly die Schlinge enger. Die WM in Heerenveen fehlt nicht nur ein Top-Athlet – sie verliert auch die Legitimation, wenn interne Kritiker ausgeschlossen bleiben. Petzold selbst trainiert weiter, aber unter Vorbehalt: „Solange das Verfahren offen ist, stehe ich unter Generalverdacht“, sagte er dem TSV Pelkum Sportwelt.
Die nächste Entscheidung fällt am Freitag: Dann tagt der DESVorstand. Auf dem Tisch liegt nicht nur das Petzold-Verfahren, sondern die Frage, wie viel Dissent der deutsche Eisschnelllauf noch erträgt. Maly hat seine Antwort schon gegeben – und die lautet: Null Toleranz für Einschüchterung.
