Malinin stürzt ab, gewinnt herzen und kassiert fair-play-oscar

Mailand/Cortina – Ein Sprung kostete Ilia Malinin die Goldmedaille, ein Handschlag sicherte ihm die Sympathie der ganzen Sportwelt. Der 20-jährige US-Amerikaner wurde am Dienstag mit dem Fair-Play-Preis der Spiele 2026 ausgezeichnet, nachdem er trotz spektakulären Absturzes von Rang eins auf Platz acht sofort dem frisch gebackenen Kasachen-Olympiasieger Mikhail Shaidorov gratulierte.

Das internationale Komitee für Fair Play (CIFP) und das IOC ließen die Abstimmung über die Fans laufen. Mehr als 1,3 Millionen Stimmen gaben Malinin den Sieg vor fünf weiteren Kandidaten. Die Begründung: „Sport ist mehr als Punkte. Malinin zeigte, dass der wahre Champion sich in der Niederlage entlarvt.“

„Mehr wert als jede medaille“

„Ich bin überwältigt“, sagte Malinin nach der Zeremonie im Olympiapark. „Als ich aufstand, war mein erster Gedanke: ‚Mikhail hat es verdient.‘ Die Trophäe hier ist schwerer als Silber oder Bronze – sie wiegt Stolz.“ IOC-Präsidentin Kirsty Coventry lobte das Vorbild: „Er erinnert uns, dass Fair Play kein Add-on, sondern Kernstück der olympischen DNA ist.“

Die Szene ging viral: Sekunden nach dem Desaster in der Kür rutschte Malinin auf dem Bauch über das Eis, rappelte sich auf und eilte zur KISS-and-CRY-Zone – nicht um Tränen zu vergießen, sondern um Shaidorov die Hand zu geben. 48 Stunden später hatte der Clip 42 Millionen Views auf TikTok.

Preisgeld fließt in nachwuchsprogramm

Preisgeld fließt in nachwuchsprogramm

Malinin verzichtet auf das Preisgeld von 25.000 Dollar. Das Geld kommt einem Eiskunstlauf-Förderprojekt für unterprivilegierte Kids in Virginia zugute, wo der Springer trainiert. „Ich habe gelernt, dass manchmal der Sturz der größte Sprung ist“, sagte er trocken.

Shaidorov reagierte am Rande der Siegerehrung: „Ilia ist der wahre Gewinner. Ich nehme die Goldmedaille mit, aber er nimmt die Herzen.“

Der Fair-Play-Preis wurde erstmals 1964 vergeben. Malinin ist der jüngste Einzelgewinner seit 1988. Die Trophäe steht heute Abend im Olympic Village, morgen reist sie mit ihm zurück nach Fairfax – als leiser Reminder, dass Niederlagen manchmal größer klingen als Siege.