Malen schießt sich frei: sechs tore in acht spielen – roma zahlt 28 mio. pflicht
Ein halbes Jahr lang suchte Donyell Malen seinen Platz, jetzt hat ihn Gian Piero Gasperini einfach in den Strafraum gestellt. Ergebnis: Sechs Treffer in acht Serie-A-Einsätzen für die AS Rom, nur Batistuta startete 2001 besser. Die 28-Millionen-Klausel tickt.

Gasperini löst malen vom flügel und findet einen knipser
Die Kurve ist steil. In Dortmund blieb der Niederländer trotz zweistelliger Scorerzahlen austauschbar, in Birmingham verpuffte er, doch in der ewigen Stadt trifft er, als hätte nie jemand gezweifelt. Gasperini stellte ihn auf Position 9, verbannte ihn aus dem Dribbel-Dauerlauf an der Außenlinie. „Ich fühle mich endlich daheim“, sagt Malen, „der Ball kommt, ich drehe ab, ich schiebe ein.“
Die Statistik brennt: 16 Rückrundentore kassierte die Roma nach seiner Ankunft, 22 hatte sie vorher in der kompletten Hinserie erzielt. Die italienischen Gazetten jubeln: „Corriere dello Sport“ schreibt von „Malen-Mania“, „Gazzetta“ adelt ihn zum „Faktor, der Roma fehlte“. Der Coach lacht nicht, er rechnet: „Mit ihm früher, stünden wir einige Punkte besser da.“
Der Knipser selbst wirkt trotz Hype wie entgiftet. Keine Auswechslungsgebärden mehr, keine Rückwärtssprints zur linken Grundlinie. Stattdessen agiert er zwischen den Innenverteidigern wie ein Boxer in der ersten Reihe: kurze Schritte, offene Hüfte, Abschluss mit Wucht. Die Europa-League-Achtelfinals gegen Bologna am Donnerstag sind seine nächste Bühne – und gleichzeitig Prüfung für die 28-Mio-Pflicht, falls Rom sich für ein internationales Wettbewerbsjahr qualifiziert.
Für Borussia Dortmund bleibt ein fader Nachgeschmack. Die Ablöse von damals 30 Millionen Euro für einen Flügelstürmer, der nie so richtig passte, wirkt im Rückspiegel wie ein Lehrstück: Talent ohne Rollenklarheit verpufft. Gasperinis simple Verlagerung dagegen bewegt: Ein Stürmer muss Tore schießen, nicht querfeldein laufen. Malen liefert – und die Roma lacht bis zur Bank.
