Málaga lehnt ausruhen ab: zug nach andorra, dann direkt nach galicien

Die Spieler des Málaga CF packen die Zahnbürste ein und kappen den Handy-Kontakt zu Daheim. Kein Training in La Rosaleda, keine Osterpause, kein Zurück. Mit dem AVE bis Girona, dann per Bus ins verschneite Andorra – und nach dem Auftritt beim FC Piqué direkt weiter nach A Coruña. Sechs Tage, zwei Schlachten, ein einziger Hotel-Flur.

Funes: „rückfahrt wäre verheizte energie“

Funes: „rückfahrt wäre verheizte energie“

Trainer Juanfran Funes spricht von „einer Art von Irrsinn im bereits verrückten Kalender“. Die Logik dahinter ist kalt: statt 1.300 Kilometern im Kreisverkehr Málaga-Andorra-Málaga-A Coruña bleibt der Tross in Katalonien stehen. 25 Profis reisen mit, darunter die spanischen U-21-Nationalspieler Adrián Niño und Aarón Ochoa. Die Auswahl füllt zwei Kabinen des Zuges und einen ganzen Hotelflur in Encamp. „Wir haben keine Ferien, aber wir haben Zeit – für Videoanalyse, für Taktik, für einander“, sagt Funes. Das Team bekommt Ostersamstag statt Familienessen Taktikbilder vom Deportivo eingeflüstert.

Auf der Insel der Seligen steht keiner: Ceuta muss ebenfalls doppeln, verlässt die Stadt bis Montag und verbringt die Semana Santa im Hotel. Dort aber ohne den Luxus eines Direktflugs – die Afrikaner quälen sich per Fähre und Bus durch Spanien. Der Málaga dagegen organisiert sich ein Provisorium aus Trainingsplatzbuchungen und Physiotherapie-Improvisationen in Hotelkonferenzräumen.

Die einzige gute Nachricht kommt vom Medizincheck: Außenverteidiger Carlos Puga, am Sonntag mit Wadenmuskel-Alarm, trainierte am Montag wieder voll mit. „Er verpasst Andorra nicht“, bestätigt Funes. Die Rotation bleibt dennoch ein Zitterspiel: Muskelprobleme würden einen Spieler für mehrere Partien ausknipsen. Deshalb wird jede Minute auf dem schneebedeckten Kunstrasen von Encamp gewogen wie Goldstaub.

Den Zeitplan gibt der Kalender vor: Mittwoch, 19.00 Uhr, FC Andorra – Málaga. Anschließend Nachtfahrt nach Girona, Donnerstag Vorbereitung auf Riazor, Samstag 18.30 Uhr Anstoß gegen Deportivo. Zwischen den Partien liegen 69 Stunden – ein Sprint, kein Marathon. Funes’ Credo: „Wer jetzt zittert, verliert zwei Mal.“

Der Club buchte flexible Tickets ohne Rückreise-Option. Die Botschaft ist klar: Punkte zuerst, Heimweh später. Wenn der Zug am Montag in Málaga einfährt, entscheidet die Tabelle, ob die Odyssee Heldenstatus oder Desaster war. Kein Spieler wird bis dahin die eigenen vier Wände sehen – dafür aber vielleicht die Tabellenspitze.