Mainz schlägt frankfurt spät und brutal – nebel trifft doppelt, brown geht verletzt
90 Minuten lang lag Eintracht Frankfurt auf Kurs, den Rhein-Main-Konflikt zu seinen Gunsten zu entscheiden. Dann schlug Paul Nebel in der 89. Minute erneut zu, drehte das Spiel und ließ die Hessen mit leeren Händen zurück. 1:2 – das Ergebnis traf die Gäste wie ein Faustschlag auf offener Bühne.
Die stimmen nach dem spiel: enttäuschung, schmerz und klare worte
Nathaniel Brown, Torschütze und früh verletzt, schlich sich mit angezogenem Trikot in die Mixed-Zone. „Ich habe einen Schlag abbekommen und konnte leider nicht weitermachen. Es geht besser, aber ich habe noch Schmerzen. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres. Das Ergebnis ist brutal bitter, aber es gehört zum Fußball dazu.“ Die Aussage klang wie ein Mantra, das er sich selbst einredet, um nicht in Frustration zu versinken.
Jonathan Burkardt, in Mainz geboren und aufgewachsen, wirkte wie jemand, der gerade seinen eigenen Geburtstag abgesagt bekommen hat. „Wir waren an beiden Enden des Spiels den Ticken schlechter. In beiden Strafräumen war Mainz konsequenter. Wir waren dazwischen dominant, aber haben es nicht geschafft, uns größere Chancen zu erspielen. Das ist zu wenig.“ Die Wahrheit ist hart: Frankfurt hatte 62 Prozent Ballbesitz, schoss nur dreimal aufs Tor.
Trainer Albert Riera ließ bei DAZN kein Fünkchen Selbstmitleid aufkommen. „Ihr wisst, warum ihr verloren habt. Wir wissen genau, was passiert ist und wie wir es beheben können. Ich kann es hier nicht genau sagen, das ist intern.“ Es klang, als hätte er die Fehler auf einer internen Blacklist bereits abgehakt – und seine Spieler gleich mit.

Mainz feiert – nebel wird zum matchwinner
Paul Nebel hatte Grund zur Euphorie. Der 22-Jährige traf zweimal, einmal früh, einmal spät – und wurde zur personifizierten Nadel im Frankfurter Faden. „Es ist ein sehr schöner Tag. Für mich persönlich, für die Mannschaft und für die Fans ein sehr wichtiger Sieg.“ Die Mainzer Feierstimmung war greifbar. Silvan Widmer packte es in nüchterne Worte: „Späte Tore und späte Siege sind immer cool.“ Cool war auch der Blick auf die Tabelle: Mainz rückt auf Rang 12, Frankfurt bleibt bei 39 Punkten und muss nun bangen, um den Anschluss an die internationalen Plätze.
Die Saison ist noch lang, aber die Lektion von Mainz ist bissig: Wer in beiden Strafräumen schläft, wacht mit leeren Händen auf. Frankfurt hat die Rechnung präsentiert bekommen – und die Schmerzmittel für Brown müssen nun schneller wirken als die nächste Niederlage.
