Mainz ii bremst homburgs aufstiegszug – malli trifft, waldstadion verstummt

0:1 – eine Zahl, die im Waldstadion wie ein Schlag auf die Trommel fällt. Yunus Malli schlägt in der 21. Minute zu, und die Grün-Weißen laufen bis zum Abpfiff hinterher, vergeblich.

Roland Seitz hatte vorher gesagt, das Match werde eng. Er behielt recht. Nur: Das Happy End blieb aus. Die Mainzer Reserve – spielfreudig, unbeirrbar – zog die Homburger ins Zwielicht, wo normalerweise die Sonne der Tabellenregion fünf scheint.

Malli trifft, homburg stolpert – die szene des tages

Der Treffer selbst war simpel, fast schon brutal im Unterton. Ein Steilpass, ein Haken, ein Schuss – drin. Die Homburger Abwehr stand einen Schritt zu spät, Torhüter Kevin Trapp-Vertreter Maximilian Schulze nahm den Ball erst aus dem Netz. Danach schob der FCH zwar ordentlich an, doch die Lücken, die Mainz II bot, waren zu schmal für die letzte Konsequenz.

74. Minute: Auf der Gegenseite hätte Abdellah Boulahia beinahe nachgelegt, doch sein Schuss rutschte knapp am Pfosten. Ein Hauch von 0:2, der das Stadion endgültig in Winterschlaf versetzt hätte. Es blieb beim 0:1, beim Gähnen der Ringe, beim Knistern der Tabellenkalkulation.

Tabellenfünfter bleibt tabellenfünfter – und das ist das problem

Tabellenfünfter bleibt tabellenfünfter – und das ist das problem

Der FC Homburg bleibt Sechser im Lotto: fünfter Platz, 47 Punkte, drei Zähler Rückstand auf den Relegationsrang. Klingt nach Anschluss, ist aber ein Sprung über einen Graben, der tiefer wird, je länger die Saison dauert. Mainz II hingegen rückt auf Rang drei vor – ein Psychoschlag, der in der Regionalliga Südwest oft mehr wert ist als drei Punkte.

Die Statistik nagt: In den letzten fünf Heimspielen holte der FCH nur sieben von 15 möglichen Zählern. Tordifferenz in dieser Phase: 4:6. Die Offensive, sonst so lautstark, verstummt gerade, wenn der Waldstadion-Rasen sie am dringendsten braucht.

Blick nach vorn: großaspach wartet – und mit ihm die frage nach dem killerinstinkt

Blick nach vorn: großaspach wartet – und mit ihm die frage nach dem killerinstinkt

Am Samstag, 14 Uhr, reist der FCH zur SG Sonnenhof Großaspach. Dort, im Aspacher Hardwald, ist die Luft dünner, die Gegner meist kompakter. Trainer Seitz muss seine Sturmreihen neu justieren, muss aus dem 0:1 gegen Mainz II die richtigen Lehren ziehen. Die Saison ist nicht verloren, aber sie schreit nach einem Sieg, der mehr ist als drei Punkte – nach einem Sieg, der Vertrauen wieder in die Fußspitzen der Stürmer pflanzt.

Die Fans jedenfalls haben ihre Stimme bereits wieder gefunden. Am Sonntagabend war es noch ein Raunen, das durchs Waldstadion lief. Bis Großaspach bleiben sieben Tage, um das Raunen in Jubel zu verwandeln. Die Uhr tickt – und mit ihr die Hoffnung, dass der FCH doch noch in die Aufstiegszone einbiegt.